
Visa droht Bußgeld
Nun geht es Visa an den Kragen: Die EU-Kommission will ein förmliches Missbrauchserfahren eröffnen, um gegen die umstrittenen Abrechnungsgebühren vorzugehen.
David WöllensteinRedakteurNicht nachvollziehbare Bankkosten
Es geht in dem Fall nicht um Gebühren, die ein Verbraucher an seine Bank für die Ausgabe einer Kredit- oder Zahlungskarte bezahlt. Es handelt sich hingegen um für den Verbraucher nicht nachvollziehbare Bankkosten, so genannte Interchange Fees, die letztlich der Einzelhändler zu tragen hat.
Die sogenannten Beschwerdepunkte wurden Visa bereits am 3. April geschickt. Die Gebühren gelten praktisch für alle grenzüberschreitenden Kartenzahlungen in Europa. In neun Mitgliedstaaten wie Belgien, den Niederlanden oder Italien werden die Gebühren auch für Inlandszahlungen erhoben - Deutschland und Österreich gehören nicht dazu.
Die Wettbewerbshüter werfen Visa vor, dass die Gebühren die Konkurrenz zwischen Banken beeinträchtigen und letztlich höhere Verbraucherpreise verursachen. 36 Prozent aller Kredit- und Zahlungskarten in Europa stammen von Visa. Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung zum Nachteil von Kunden und Verbrauchern ist laut EU-Recht streng verboten.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge