Wie eBay den stationären Handel an die Hand nimmt

Wie eBay den stationären Handel an die Hand nimmt

Für Multichannel-Anbieter gehört Click & Collect zunehmend zur Pflicht, weil immer mehr Kunden Flexibilität verlangen. Mit dem Service können auch Marktplatz-Händler zusätzliche Mehrwerte für ihre Kunden schaffen. Das ist aber nur ein Baustein, mit dem eBay derzeit den stationären Handel ans Händchen nimmt. Gerade auch auf eher dezentral aufgestellte Handelsorganisationen und Verbände hat der Marktplatz ein Auge geworfen und wirbt mit flexiblen Lösungen für den dezentralen Online-Vertrieb.

OKOlaf KolbrückChefredakteur
4 Min.· Aktualisiert am
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Es sind zuvorderst eher die zentral gesteuerten Filial-Konzepte, die von der „Click&Collect“-Funktion bei eBay profitieren, schlicht weil sie ein einheitliches Sortiment, einheitliche Preise mitbringen und das Verkaufspersonal übergreifend schulen können. Beispiel Gravis: Die Kette gehört mit ihrem im Oktober 2014 gestarteten Click & Collect-Service im Zusammenspiel mit eBay zu den alten Hasen.

  • Das Prinzip funktioniert bei eBay dabei nicht anders als bei einem klassischen Webshop. Artikel bei eBay.de, die mit dem Click & Collect-Symbol gekennzeichnet sind, können über das Filialnetz direkt erworben werden – deutschlandweit und versandkostenfrei. Die Konsumenten kaufen wie gewohnt bei eBay.de und bestimmen im Rahmen des Kaufprozesses eine Filiale in ihrer Nähe zur Abholung des Artikels. Sobald der Artikel abholbereit ist, erhalten die Käufer eine E-Mail und auf Wunsch eine SMS-Textnachricht und können diesen dann in der ausgewählten Filiale abholen.

Bislang bieten neben Gravis ein gutes Dutzend Händler diese Option für einen noch flexibleren Einkauf an. Darunter A.T.U, Butlers, Porta, Möbel Boss und Motoo, Media-Markt, Saturn, Conrad, Cyberport, More & More sowie Pro Aurum.

Mittlerweile nutzen bei eBay im Durchschnitt mehr als 10 Prozent der Käufer den Service, wenn er angeboten wird. Einzelne Click & Collect-Partner berichten davon, dass in Spitzenzeiten bis zu 50 Prozent der Käufer den Service nutzen. Begleitende Marketing-Aktionen, aber auch der Wunsch mancher Kunden, das Wunschprodukt so schnell und so sicher wie möglich zu bekommen, dürften ihren Teil zum Sog in das Ladengeschäft vor Ort beitragen. „Bei Funktionen wie Click & Collect ist immer die Frage: wer spielt hier mit? Wenn dann jemand wie eBay einsteigt, gibt das einen kräftigen Schub, den wir auch durch den zusätzlichen Traffic in unseren Shop spüren“, sagt Jan Sperlich, Geschäftsführer von Gravis. Das zeigt, welchen Effekt eBay Click & Collect für die Ladenfrequenz von teilnehmenden Händlern haben kann. Die mehr als 17 Millionen aktiven eBay-Käufer in Deutschland bewegen sich eben auch in der Offline Welt. Hier stellt Click & Collect eine vielversprechende Brücke dar.

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Lösung für dezentrale Handelsorganisationen

Für eher dezentral aufgestellte Handelsorganisationen, Händlerverbünde oder Franchise-Strukturen eignet sich eBay als Vertriebskanal aber ebenso – oft sogar dann, wenn aufgrund ihrer Struktur gar kein eigenes Online-Geschäft vorhanden ist. Click & Collect kann hier eine Option sein, sofern zentrale Sortiments- und Preiskonzepte existieren. Anderenfalls bietet eBay eine Reihe anderer Möglichkeiten.

Für entsprechendes Aufsehen hat es denn auch gesorgt, als die TK-Fachhandelskooperation aetka eigene eBay Markenshops als Ergänzung für ihre Vertriebsstrategie bei eBay eröffnete. Mit an Bord sind inzwischen die größten 20 Fachgeschäfte und Systemhäuser, die Artikel aus dem gesamten Sortiment anbieten, einige davon exklusiv und zeitlich begrenzt zum Aktionspreis.

Jedem interessierten aetka-Fachhandelspartner wird dabei ein Online-Shop zur Verfügung gestellt, der im aetka-Layout als Markenshop bei eBay zu finden ist. Ein aktuelles Beispiel ist der Markenshop von aetka-Premium-Partner C&T Krotter.

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Gemeinsam mit eBay stellt aetka die Rahmenbedingungen, die Systeme, das Template und die Artikeldaten für den Markenshop zur Verfügung. Artikelauswahl, Preisbildung und Verkauf liegen in der Verantwortung des Partners.

„Über die Kooperation mit eBay können unsere Partner den Onlinehandel mit den Stärken des Fachhandels kombinieren und über vom Verbraucher zunehmend geschätzte Leistungen entscheidend punkten: Stichwort taggleiche Lieferung oder Abholung im Geschäft, Verknüpfung von Verkauf und Service sowie Beratung vor und nach dem Kauf. Der Online Marktplatz ist die Fortführung unseres Omnichannelansatzes, Kunden über das Internet in den Fachhandel zu führen“, sagt Uwe Bauer, Vorstand aetka Communication Center AG.

aetka-Partner können also sowohl ihre im Ladengeschäft vorrätigen Produkte als auch die Produkte aus dem Zentrallager von aetka einstellen und damit ihr Warensortiment deutlich vergrößern. Neben der taggleichen Lieferung bzw. Abholmöglichkeit von im stationären Geschäft verfügbaren Waren wird über das e-Logistik-Angebot von aetka gewährleistet, dass georderte Produkte am Folgetag an die Wunschadresse des Bestellers geliefert werden.

Daneben können auch rechtliche unabhängige Händler einer Marke den eBay Marktplatz mit einer eigenen Markenwelt zum gemeinsamen Abverkauf im Rahmen eines dezentralen Konzepts nutzen. Ebenso angepasst an die Anforderungen von dezentralen strukturierten Handelsgesellschaften sind zum Beispiel auch Outlet-Shops zum Verkauf lokaler Altware bei eBay, wie sie beispielweise Media-Markt mit über 200 Märkten und Saturn mit über 130 Märkten umgesetzt haben.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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