
Wirbel um Niedriglöhne im Handel
Nach einem Spiegel-Bericht sind Niedriglöhne im Einzelhandel auf dem Vormarsch. Der Handelsverband dementiert.Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" ...
David WöllensteinRedakteurHDE-Sprecher weist Zahlenmaterial zurück
Der Bericht wurde vom Pressesprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hubertus Pellengahr, auf Anfrage der Presseagentur dpa entschieden zurückgewiesen. „Löhne unter 6,50 Euro in der Stunde gibt es im Einzelhandel so gut wie nicht", betonte Pellengahr. Dies sei bereits der Tariflohn für minderjährige Aushilfen. Auch nicht tarifgebundene Unternehmen müssten sich am Tariflohn orientieren. Ein Stundenlohn unter 5 Euro sei sittenwidrig. Selbst ein Stundenlohn von 7,50 Euro pro Stunde sei im Einzelhandel schon nach wenigen Berufsjahren erreicht.
Pellengahr räumte ein, dass durch die Liberaliserung des Ladenschlussgesetzes und entsprechende Spätzuschläge viele Geschäfte zusätzliche Öffnungszeiten in den Abendstunden mit Aushilfen abdecken. „Damit mehr Stammbelegschaft eingesetzt werden kann, müssen die Zuschläge zeitlich nach hinten verschoben werden", forderte der Verbandsprecher.
Die Tarifparteien im Einzelhandel ringen bereits seit mehr als einem Jahr um einen neuen Flächentarifvertrag.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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