Wirtschaftsaufschwung beflügelt auch Waschmittel

Wirtschaftsaufschwung beflügelt auch Waschmittel

Der Umsatz von Körperpflegemitteln liegt rund 0,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, meldet der Industrieverband. Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel legen hingegen um 3,5 Prozent zu.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Der Umsatz von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel nimmt hingegen um 3,5 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zu, teilte der Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW) mit.

"Diese auf den ersten Blick überraschende Entwicklung bei der Kosmetik entspricht langjährigen Beobachtungen im Bereich Konsumgüter", beschwichtigte der IKW-Vorsitzende Rüdiger Mittendorff, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsleitung der Sebapharma GmbH & Co. KG, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. "In der Rezession fallen die Märkte nicht so dramatisch wie bei den Investitionsgütern. Dafür steigen sie auch nicht so stark an im Falle der konjunkturellen Erholung."

Weitere Einflussfaktoren seien der harte Wettbewerb unter den Herstellern und dem Handel sowie der in Deutschland stark ausgeprägte Trend zum Niedrigpreis.

Haarpflegemittel verlieren - Parfum gewinnt

Das Segment der Haarpflegemittel ging demnach um 2,6 Prozent zurück, bleibt aber mit 2,97 Milliarden Euro der größte Einzelmarkt. "Alle Teilmärkte sind jedoch inzwischen ins Minus gerutscht", so Mittendorff. "Dies liegt unter anderem auch am Launch großvolumiger preisgünstiger Packungen sowie am Umsatzrückgang der Drogeriemarktkette Schlecker."

Das Segment Hautpflegemittel ging um 1,1 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr zurück. Auch hier habe eine Vielzahl von Promotions das Marktvolumen leicht ins Minus gezogen.

Die dekorative Kosmetik hingegen wuchs um 2 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Zahn- und Mundpflegemittel folgen dahinter mit einem Marktvolumen von 1,33 Milliarden Euro. Das Wachstum betrage aber nur noch 0,2 Prozent. Den Damendüften und -parfums ist in diesem Jahr jedoch der Sprung über die Milliarden-Schwelle gelungen. "Das Wachstum von 2,2 Prozent spiegelt den Trend zu höherwertigen Düften und Luxusprodukten wider", erläutert der IKW-Vorsitzende.

Universalswaschmittel begehrt

Der Gesamtmarkt der Wasch-, Pflege- und Reinigungsmittel (WPR) liegt demnach bei etwa 4,3 Milliarden Euro. Vor allem Universalwaschmittel sind demnach in und wuchsen um 3,7 Prozent auf nunmehr 1,13 Milliarden Euro. Flüssigwaschmittel gewinnen demnach am stärksten, aber auch Pulver-Normalprodukte nehmen zu, währen Konzentrate und Tabs rückläufig sind.

Mit einem Wachstum von 2,7 Prozent entwickelte sich auch der Markt für Geschirrspülmittel erneut positiv. Das Marktvolumen liegt bei 678 Millionen Euro. Handgeschirrspülmittel gehen hier leicht zurück, während Maschinengeschirrspülmittel um 4,6 Prozent zunehmen.

Die Haushaltsreiniger wachsen unterdessen um 0,9 Prozent auf 804 Millionen Euro. Der Umsatz mit Wohnraumpflegemitteln geht um 2,4 Prozent auf 124 Millionen Euro zurück. Im Plus sind die Möbel- und Bodenpflegemittel, während Bodenpflegesysteme und Teppichreiniger leicht abnehmen.

Harter Winter gut für Leder- und Autopflege

Lederpflegemittel sind erstmals seit mehreren Jahren deutlich positiv. Der lang anhaltende Winter 2009/2010 hat zu einem Wachstum von 8 Prozent auf 73,4 Millionen Euro geführt. Auch der Markt der Autopflegemittel hat demnach von der Witterung profitiert und ist um 8,7 Prozent auf fast 272 Millionen Euro gestiegen.

Interessante Renditebringer sind nach wie vor die Spezialputz- und Pflegemittel mit einem Umsatz von 453,6 Millionen Euro. Mit Ausnahme der Raumdüfte sowie der Rohr- und Abflussreiniger stagnieren jedoch die anderen Teilmärkte bzw. sind leicht rückläufig.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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