Wywy: TV-Hit gucken und Star-Klamotten shoppen in Echtzeit

Wywy: TV-Hit gucken und Star-Klamotten shoppen in Echtzeit

Mehr als jeder zweite Internet-Nutzer (56 %), so der W3B-Report von Fittkau & Maaß, schaut beim Fernsehen aufs Laptop, Tablet oder Smartphone. Start-ups spüren das immer dann, wenn beim TV-Spot der Traffic auf der mobilen Website durch die Decke geht. Doch warum bis zum Werbeblock warten? Die Kauflust setzt doch schon eher ein: mit der Teekanne bei "Downton Abbey", dem T-Shirt bei "The Big Bang Theory", dem Hosenanzug bei "Homeland". Die Produkte aus einer TV-Sendung sofort identifizieren und...

OKOlaf KolbrückChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
Teilen

Mehr als jeder zweite Internet-Nutzer (56 %), so der W3B-Report von Fittkau & Maaß, schaut  beim Fernsehen aufs Laptop, Tablet oder Smartphone. Start-ups spüren das immer dann, wenn beim TV-Spot der Traffic auf der mobilen Website durch die Decke geht. 

Doch warum bis zum Werbeblock warten? Die Kauflust setzt doch schon eher ein: mit der Teekanne bei "Downton Abbey", dem T-Shirt bei "The Big Bang Theory", dem Hosenanzug bei "Homeland". Die Produkte aus einer TV-Sendung sofort identifizieren und  in Echtzeit per Smartphone kaufen. Das wird jetzt greifbar. Dafür sorgt eine Kooperation der Social TV-App wywy und dem Start-up stagefisher.

Eine Einladung zum Couch Commerce bietet eBay in den USA schon seit Anfang 2012. Bei der  iPad-App „Watch With Ebay“ wählt der Nutzer einen Kanal aus, den er gerade im TV schaut. Die Ebay-App listet dann Artikel auf, die entweder gerade auf der Mattscheibe zu sehen sind oder die inhaltlich zur Sendung passen. Das ist aber noch rudimentär: Die App arbeitet nicht dynamisch und ist auch nicht  mit der aktuellen Sendung synchronisiert. Sie listet einfach auf, was gerade zu "How i met your mother" und Co passt.

App erkennt die TV-Sendung am Ton

Deutlich aktueller, aber mit im Moment weniger Sendungen, kommt nun die Social TV-App wywy daher. Bisher war sie vor allem eine App, um parallel zum Fernsehen TV-Bonuspunkte für besondere Prämien sammeln, oder mit Freunden über das laufende Fernsehprogramm chatten. Die App erkennt dabei die laufende Sendung am Ton und checkt den Nutzer automatisch in die Sendung ein.

In einer Kooperation mit Stagefisher wird nun auch das Shopping zur Sendung möglich. Stagefisher  liefert Fashion- und Lifestyle-Produkte aus Serienhits auf das Smartphone, Tablet oder den PC. Neben den Originalprodukten der TV-Stars bietet stagefisher auch günstige Alternativen an. Die Artikel werden zudem immer passend zur Szene vorgestellt.

Der Nutzer bekommt die Produkte passend zur Szene gezeigt

Bei Wywy checkt man nun also per Tonerkennung in die Sendung ein. Dann werden dem Nutzer auf dem Smartphone alle Kleidungsstücke angezeigt, die in der Episode getragen werden. Darüber hinaus verlinkt die App zum passenden Onlineshop.

Bislang - und das bleibt auch in der Zusammenarbeit mit wywy noch so - klappt das nur für drei TV-Formate.  „How I met your mother“ (Pro Sieben, mittwochs 22:15 Uhr), „Gossip Girl“ (sixx, montags 22:10 Uhr) und „90210“ (sixx, montags 22:55 Uhr. Zeitnah soll das Angebot aber auf weitere Sendungen ausgeweitet werden.

Mit deutlich mehr Sendungen könnte sich für wywy da ein Milliardenmarkt auftun.

Denn die Sender tüfteln immer noch eher in der Evolutions-Sackgasse HbbTV herum. Dabei wär es für sie ein "Leichtes" in den Second-Screen-Markt einzusteigen. Sie müssten - salopp gesagt - nur ähnlich dem EPG-Signal die Inhalte zur Sendung um Produktinformationen anreichern, diese auf eine App schicken und könnten dann an den Transaktionen mitverdienen. Oder sind es dann doch eher die Contentproduzenten, die entsprechende TV-Formate mit den benötigten Informationen anreichern und dann selbst das Geld verdienen werden - in Zusammenarbeit mit App-Anbietern wie Wywy?

Für die Sender könnte das fatal sein. Denn wer braucht dann noch all die Werbeblöcke, wenn das Product Placement schon für den Umsatz sorgt?

Teilen
OK
Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.