Zalando: Die ehrgeizigen Planspiele für noch mehr Wachstum

Zalando: Die ehrgeizigen Planspiele für noch mehr Wachstum

Rund 2000 neue Beschäftigte will Zalando in diesem Jahr zusätzlich zu den bislang europaweit rund 7600 Mitarbeitern einstellen. Gefragt sind vor allem Softwareentwickler, aber auch Mode-Designer. Finanzvorstand Rubin Ritter verordnet dem Berliner Modehändler schließlich weiteres Wachstum. Doch spannender als diese beeindruckende Zahl, ist die Antwort auf die Frage: Womit sollen sich all die Leute beschäftigen?

OKOlaf KolbrückChefredakteur
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Die Meßlatte ist für Zalando dabei jedenfalls Amazon und Alibaba. Und das heißt beispielsweise in Sachen Fulfillment mehr Bequemlichkeit bieten zu wollen, heißt schnellere Lieferungen, mehr Optionen und leichtere Retouren. Da ist inzwischen beispielsweise von Planspielen für neue Logistik-Hubs in Italien, Spanien, Großbritannien und Skandinavien die Rede.

Vor allem aber verdient Zalando prächtig an ordentlicher Fleißarbeit in Sachen CRM. Da geht noch mehr. Das kürzlich gestartete Curated Shopping-Projekt sowie das Project Z mit eigener Stilberatung sind da nur ein Ansatz.

Ein anderer ist eine mögliche Kopie des Prime-Programms von Amazon. Testweise ist "Zalando First" hier und da schon im Webshop aufgetaucht. Das Loyalty-Programm verspricht eine Express-Lieferung bei jeder Bestellung, Wunschtag-Lieferung, schnelleren Zugang zu Schnäppchen und weitere Vorteile. Die Jahresgebühr beträgt 19 Euro. Noch ist das Projekt in der Vorlaufphase, erlaubt nur Voranmeldungen.

Aufhorchen lässt auch die Ankündigung bestehenden Kategorien zu vertiefen.

Auf der Agenda stehen da Sportmode für Frauen, Unterwäsche, Große Größen, mehr Umstandsmode und mehr Kindermode. Bei Otto wird man da genau hinsehen, wie sehr Zalando da im Sortiment gerade auch der Satelliten von Bonprix, Sheego und auch Mytoys Akzente setzt.

Segmente übrigens, die mit Angeboten ohnehin längst überquellen und in denen man wohl vor allem nur noch mit attraktiven Preispunkten und noch besser ausgesteuerter Werbung auffallen kann.

Da passt es ins Bild, dass Zalando gerade das Startup Metrigo von Zanox aufgekauft hat. Das Adtech-Unternehmen hat sich auf datengetriebenes Display Advertising auf Real-Time-Bidding Basis spezialisiert. RTB eilt der Ruf voraus, Werbeflächen bedeutend günstiger einkaufen zu können.

Geht die Rechnung auch mit Blick auf die Reichweite auf, dann empfiehlt sich Zalando damit zusätzlich als Plattform und Werbedienstleister für Marken, die nach einem Hebel für die Europa-Expansion suchen.

Schon längst ist es erklärtes Ziel, noch mehr bekannte Marken auf die Seite zu holen, gerade auch Marken, die keine eigenen Läden eröffnen wollen. Erst im Spätsommer hatte Zalando stolz eine Kooperation mit den beliebten UK-Brands Topshop und Topman auf den Weg gebracht, die mit Brandshops reüssierten.

Gleichwohl aber, schließlich sucht man auch Mode-Designer, dürften die Eigenmarken nochmal einen Schub bekommen, die laut Reuters rund 15 Prozent der Verkäufe ausmachen.

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Geschrieben vonOlaf Kolbrück

Chefredakteur

Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.

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