
15 Thalia-Filialen von Schließung bedroht
Der Handelskonzern Douglas stellt 15 seiner bundesweit 300 Thalia-Filialen auf den Prüfstand. Die unrentablen Standorte sollen möglichst schnell wieder "auf Kurs" gebracht werden.
David WöllensteinRedakteurThalia hatte in einem Schreiben seine Beschäftigten über die notwendig gewordene Restrukturierung informiert. Das Unternehmen verliert Kunden an Internetbuchhändler wie etwa Amazon.
Um gegenzusteuern will Thalia künftig auf kleinere Filialen setzen, seine eigenen Online-Angebote ausbauen und verstärkt Zusatzsortimente wie Spielwaren oder Geschenkartikel aufnehmen.
Douglas leidet unter Buchhandelssparte
Der Sanierungsfall Thalia hat finanzielle Konsequenzen für den Mutterkonzern. Der Sprecherin zufolge werden Wertberichtigungen in Höhe von rund 130 Millionen Euro anfallen. Weitere 40 Millionen fallen für Rückstellungen an.
Douglas-Chef Henning Kreke hatte bereits angekündigt, dass wegen Thalia das Ergebnis im Gesamtkonzern in diesem Jahr zurück gehen wird.
Bislang erwartet Kreke für das Geschäftsjahr 2011/12 (Ende September) ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) zwischen 200 und 250 Millionen Euro. Im Jahr zuvor hatte Douglas an gleicher Stelle noch 292,9 Millionen Euro verdient.
Der Aufsichtsrat des Handelskonzerns Douglas hatte sich bei seiner außerordentlichen Sitzung am vergangenen Mittwoch vor allem mit der Zukunft der Buchhandelstochter beschäftigt.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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