3D-Illustration zu Handel, Onlineshops, Lieferdiensten und Marktplätzen im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Douglas stellt KI-Beraterin „Anna“ vor
Douglas rollt laut Pressemitteilung die KI-Beauty-Beraterin „Anna“ in App und Online-Shop aus, vorerst nur in Deutschland. Der auf Google-Cloud-Technik basierende Chatbot greife auf Daten von über 64 Mio. Beauty-Card-Mitgliedern zurück und liefere personalisierte Tipps, Produktempfehlungen und Pflegeroutinen. Der Name würdige Anna Carstens, die 1910 die erste Parfümerie Douglas eröffnet habe. Geplant seien CRM-Anbindung, die Einbindung individueller Hautanalyse-Profile sowie ein internationaler Rollout.

Braun Hamburg poliert Online-Shop auf
Der Hamburger Herrenausstatter Braun Hamburg hat seinen neugestalteten Online-Shop vorgestellt, wie Fashionunited.de berichtet. Damit wolle der Luxus-Händler seine Multichannel-Strategie vorantreiben und die Inhalte enger mit dem Verkauf verzahnen. Der Shop zeige sich mit frischem Auftritt, schlankerer Navigation und mehr redaktionellem Inhalt. Den ersten Online-Shop habe das Unternehmen 2009 eröffnet.

Soloselbständige holen bei KI rasant auf
Soloselbständige und Kleinstunternehmen nutzen inzwischen zu 51,2 Prozent Künstliche Intelligenz; im Vorjahr waren es nur 30,4 Prozent, meldet das Ifo-Institut. Da 16,2 Prozent den Einstieg planten, sei der Rückstand zur Gesamtwirtschaft (54,5 Prozent) bald aufgeholt. Knapp 59 Prozent dieser Nutzer griffen dabei auf kostenpflichtige Dienste zurück, vor allem für Recherche, Texterstellung und Marketing. Das Geschäftsklima habe sich für die Selbständigen leicht auf -27,7 Punkte verbessert, bleibe aber fragil und spürbar tiefer im Minus als der Gesamtwert.

HDE fordert Aufschub bei EU-Verpackungsverordnung
Der Handelsverband Deutschland fordert laut Medienmitteilung eine Verschiebung des Anwendungsbeginns der EU-Verpackungsverordnung PPWR. In der vorgesehenen Form und innerhalb der geltenden Fristen sei die Umsetzung für viele Unternehmen kaum zu bewältigen, warnt Präsident Alexander von Preen. Er sehe die Wirtschaft sehenden Auges in ein bürokratisches Chaos steuern und fühle sich an das Debakel um die Entwaldungsverordnung EUDR erinnert. Grundsätzlich unterstütze der HDE die Ziele der Verordnung, es brauche jedoch mehr Zeit für praktikable, europaweit harmonisierte Lösungen.


HANDEL INTERNATIONAL


KI bei Uber und Lyft: Eine Fahrt, 29 Preise
Uber und Lyft berechnen per KI für identische Fahrten höchst unterschiedliche Preise, zitiert Businessinsider.com eine Untersuchung von Consumer Reports. In Kansas City hätten 55 Interessenten 29 verschiedene Preise erhalten, in Phoenix habe eine Fahrt zwischen 41,21 und 56,96 Dollar geschwankt. Etwa die Hälfte der angeblichen Rabatte zeige durchgestrichene Preise, jeder neunte beruhe auf offenbar überhöhten Ausgangswerten. Beide Anbieter hätten widersprochen.

Aritzias Läden befeuern den Online-Umsatz
Die Eröffnung einer neuen US-Boutique löst bei Aritzias regionalen Online-Verkäufen einen anhaltenden Schub im hohen zweistelligen Bereich aus, weil der Laden als erster Markenkontakt Neukunden binde, berichtet Glossy.co. Der kanadische Händler habe zuletzt 14 Boutiquen eröffnet und plane bis zu 13 weitere. Im vierten Quartal sei der Umsatz um 33 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar geklettert, der Digitalanteil liege bei 41 Prozent.

Tripadvisor verkauft TheFork an American Express
Tripadvisor verkauft seine europäische Restaurant-Reservierungsplattform TheFork für 700 Mio. Dollar an American Express, meldet IT-Times.de. Tripadvisor wolle sich künftig auf das Geschäft mit Erlebnissen konzentrieren. TheFork habe zuletzt 232 Mio. Dollar Jahresumsatz und ein bereinigtes Ebitda von 28 Mio. Dollar erzielt. Der Abschluss werde noch vor Jahresende erwartet, vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen und der Anhörung von Arbeitnehmervertretungen.

Debenhams Marken arbeiten profitabel
Die Debenhams Group hat im Geschäftsjahr bis Ende Februar 2026 ihr bereinigtes Ebitda um 35 Prozent auf 53,3 Mio. Pfund gesteigert, meldet Drapersonline.com. Alle fünf Marken arbeiteten auf Ebitda-Ebene profitabel, auch das zwischenzeitlich zum Verkauf gestellte Prettylittlething, das von 1 Mio. Pfund Verlust auf 14 Mio. Pfund Gewinn gedreht habe. Der Umsatz sei beim Umbau zum Marktplatz-Modell allerdings um 24,7 Prozent auf 917 Mio. Pfund gesunken, die Belegschaft sei seit Januar 2024 von 6.189 auf rund 1.500 geschrumpft.

Wildberries baut russische Logistikplattform mit auf
Russlands größter E-Commerce-Betreiber Wildberries & Russ verhandelt mit der Russischen Eisenbahn und dem Transportkonzern Fesco über den Aufbau einer nationalen Logistikplattform, berichtet Intellinews.com. Wildberries könne, als Technologielieferant, 25 Prozent am geplanten Joint Venture der beiden Transportkonzerne übernehmen. Die Plattform solle als Marktplatz für Frachtkunden dienen und Teil des Regierungsprojekts „GosLog“ werden, eine vom Verkehrsministerium betriebene Plattform, die digitale Logistikdienste bündele und als „Single Window“ für Genehmigungen und Frachtdokumente dienen solle.

Farfetch setzt auf Exklusiv-Drop von Dolce & Gabbana
Die Luxusplattform Farfetch verkauft eine Beachwear-Capsule aus der Carretto-Kollektion von Dolce-&-Gabbana exklusiv über die eigene Plattform und App, berichtet Fashionunited.com. Die Stücke griffen das Motiv des „Carretto Siciliano“ auf, also des traditionellen sizilianischen Karrens, mit geometrischen Radmustern, barocken Verzierungen und einer kräftigen Farbpalette. Farfetch positioniere die Capsule als Gegenentwurf zum zurückhaltenden „Quiet Luxury“ und als Ausdruck des italienischen Maximalismus.

OpenAI verbrennt 38,5 Mrd. Dollar
OpenAI verbuchte 2025 einen Nettoverlust von 38,5 Mrd. Dollar, zitiert Golem.de einen Artikel der Financial Times. Die Umwandlung vom gemeinnützigen zum profitorientierten Unternehmen allein habe einen Buchverlust von 41,55 Mrd. Dollar ausgelöst. Dazu kämen Zahlungen an Microsoft von 10,59 Mrd. Dollar für die Trainingskosten der KI-Modelle, sowie gut sechs Mrd. Dollar reine Umsatzkosten. Der Umsatz sei zwar auf 13,07 Mrd. Dollar geklettert, die Ausgaben jedoch auf 34 Mrd. Dollar.


Produktdaten: Hebel für KI-Sichtbarkeit
Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf Kaufentscheidungen wächst. Online-Händler profitieren, die in KI-Summaries oder Large Language Models (LLMs) sichtbar sind. Markus Rohmeyer von novomind erklärt in seinem Expertenbeitrag auf Etailment.de, wie das Product Information Management dabei hilft.

Wer erst die KI fragt, kauft lieber und mehr im Shop
Kunden, die über ChatGPT oder Gemini in den Online-Shop kommen, konvertieren mit einer 54 Prozent höheren Rate und gäben 53 Prozent mehr aus, als die Kundschaft, die aus klassischen Quellen stammt, zitiert Reuters.com Mai-Daten von Adobe Analytics. Der Grund: Händler, deren Produkte in Vorschlägen der Chatbots auftauchten, könnten ihre Kundschaft gezielter ansprechen. So sei der KI-Traffic im E-Commerce binnen Jahresfrist um 138 Prozent gestiegen – der höchste Anteil seit Erhebungsbeginn im Oktober 2024.

Der neue Kunde im E-Commerce: der KI-Agent
Nachdem KI-Agenten im E-Commerce künftig wie Kunden behandelt werden müssten, sollten Online-Händler ihre Produktseiten anpassen, um sie kundengerecht zu informieren, schreibt Forbes.com. Agenten läsen strukturierte Daten, wie Preise, Maße, Lagerbestand, und ignorierten Badges, Werbefotos und Marketingfloskeln. Auf bloßes Scraping zu setzen, scheitere oft an lückenhaften Daten. Wer keine maschinenlesbaren Feeds unterstütze, werde durch die Konkurrenten ersetzt, die Agenten leicht verdauliche Infos liefern könnten.
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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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