Shein rückt Börsengang in Hongkong näher
Der Fast-Fashion-Konzern Shein treibt seine Pläne für einen Börsengang weiter voran. Nach Informationen von Bloomberg könnte das Unternehmen bereits im August an die Börse in Hongkong gehen. Im Gespräch ist ein Emissionsvolumen von zwei bis drei Milliarden US-Dollar. Damit gewinnt ein Vorhaben an Kontur, das nach mehreren gescheiterten Anläufen in den USA und Großbritannien nun über Hongkong realisiert werden könnte.
Eine zentrale Voraussetzung ist bereits erfüllt: Die chinesische Wertpapieraufsicht hat den Börsenplänen zugestimmt. Als nächster Schritt steht eine Anhörung vor dem Listing-Komitee der Hongkonger Börse an. Erst nach diesem Verfahren kann Shein offiziell auf potenzielle Investoren zugehen und den konkreten Zeitplan für den Börsengang festlegen. Wie groß die Platzierung am Ende ausfällt, hängt weiterhin von der Bewertung des Unternehmens und der Nachfrage am Markt ab.
Intern wird derzeit eine Unternehmensbewertung zwischen 40 und 50 Milliarden US-Dollar angestrebt. Damit läge Shein deutlich unter der Bewertung von rund 100 Milliarden US-Dollar, die dem Konzern im Jahr 2022 zugeschrieben wurde. Der Rückgang verweist auf veränderte Marktbedingungen und eine zurückhaltendere Einschätzung schnell wachsender E-Commerce-Unternehmen durch Investoren.
Parallel zu den Vorbereitungen zeichnet sich ein Führungswechsel ab. Executive Chairman Donald Tang soll laut Reuters seine Rolle aufgeben und künftig als Berater tätig sein. Gründer und CEO Sky Xu übernimmt demnach zusätzlich den Vorsitz und soll die Investoren-Roadshow persönlich leiten. Shein würde damit die Kommunikation mit dem Kapitalmarkt stärker auf den Gründer konzentrieren.
Shein ist in rund 150 Ländern aktiv und zählt zu den weltweit am schnellsten wachsenden Online-Modehändlern. Frühere Börsenpläne in westlichen Finanzzentren stießen jedoch auf regulatorische und politische Hürden. Hongkong gilt nun als aussichtsreichster Weg, um Zugang zum Kapitalmarkt zu erhalten und die weitere Expansion des Unternehmens zu finanzieren.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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