Best Buy erzielt inzwischen rund ein Drittel seines Umsatzes online. Das zeigt, wie stark das digitale Geschäft für den US-Elektronikhändler mittlerweile zum regulären Vertriebskanal geworden ist. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres stieg der Gesamtumsatz laut Digitalcommerce360.com um 3,6 Prozent auf rund 9,78 Milliarden Dollar. Damit bleibt der Händler auf Wachstumskurs, auch wenn die Entwicklung regional unterschiedlich ausfällt.
US-Geschäft trägt den größten Teil des Wachstums
Der wichtigste Umsatzbeitrag kommt weiterhin aus den USA. Das US-Geschäft steuerte 92,7 Prozent zum Konzernumsatz bei und legte um 4,3 Prozent auf 9,07 Milliarden Dollar zu. Damit konzentriert sich die Dynamik klar auf den Heimatmarkt. Das Auslandsgeschäft entwickelte sich dagegen rückläufig: Der Umsatz außerhalb der USA sank um 4,2 Prozent auf 709 Millionen Dollar. Die Zahlen zeigen eine deutliche Spreizung zwischen einem wachsenden Kerngeschäft im Inland und schwächeren internationalen Erlösen.
Für den Onlinehandel ist vor allem der hohe digitale Umsatzanteil bemerkenswert. Rund ein Drittel der Erlöse wird inzwischen online erwirtschaftet. Für einen Händler mit starkem stationärem Erbe unterstreicht das die wachsende Bedeutung digitaler Verkaufskanäle. Zugleich verweist der Quartalsbericht darauf, dass Online-Umsatz und stationäres Geschäft bei Best Buy nicht isoliert betrachtet werden können. Der Konzern misst seine Entwicklung am gesamten Umsatz, in dem das digitale Geschäft bereits eine erhebliche Rolle spielt.
Marktplatz und Retail Media gewinnen an Gewicht
Als Wachstumstreiber nennt der Bericht den Marktplatz und das Retail-Media-Geschäft. Beide Bereiche stehen für zusätzliche Erlösmöglichkeiten jenseits des klassischen Produktverkaufs. Der Marktplatz kann das verfügbare Angebot erweitern, während Retail Media Werbeflächen und Kundenzugänge stärker monetarisiert. Für Best Buy sind diese Segmente damit wichtige Bausteine im digitalen Geschäftsmodell, insbesondere in Verbindung mit dem bereits hohen Online-Anteil.
Die Quartalszahlen liefern damit ein klares Bild: Best Buy wächst insgesamt moderat, wird dabei aber stark vom US-Markt getragen. International bleibt die Entwicklung schwächer. Gleichzeitig gewinnt das digitale Geschäft an struktureller Bedeutung. Der Umsatzanstieg auf 9,78 Milliarden Dollar und der Online-Anteil von rund einem Drittel zeigen, dass der Konzern seine Erlösbasis zunehmend über digitale Kanäle, Marktplatzmodelle und Retail Media ausbaut. Der offene Prüfpunkt bleibt die internationale Entwicklung nach dem Rückgang auf 709 Millionen Dollar.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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