Team im Grossraumbüro nutzt einfache KI-Tools an Laptops, Symbolbild für breite, flache KI-Nutzung
© Black Forest Labs / Flux

Schweizer KI-Nutzung wächst breit, nicht tief

57 Prozent der Schweizer Unternehmen setzen KI ein und liegen damit drei Punkte über dem europäischen Durchschnitt, berichtet ITMagazine.ch. Im Vorjahr habe der Wert bei 46 Prozent gelegen. Die Tiefe hinke der Breite hinterher: 60 Prozent würden sich mit Chatbots und Fertiglösungen begnügen, nur 18 Prozent nutzen fortgeschrittene Systeme, zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Ein Viertel habe angegeben, noch nie von agentischer KI gehört zu haben.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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KI-Nutzung in der Schweiz legt deutlich zu

Die Nutzung von KI in Schweizer Unternehmen wächst spürbar. Laut einer von Amazon Web Services vorgelegten Studie setzen inzwischen 57 Prozent der Unternehmen entsprechende Technologien ein, wie ITMagazine.ch berichtet. Damit liegt die Schweiz drei Prozentpunkte über dem europäischen Durchschnitt von 54 Prozent. Im Vorjahr hatten erst 46 Prozent der Schweizer Unternehmen KI genutzt.

Die breite Einführung bedeutet jedoch noch keine tiefe technologische Verankerung. Die Mehrheit der Anwender arbeitet weiterhin mit grundlegenden Lösungen: 60 Prozent nutzen öffentlich verfügbare Chatbots oder fertige Anwendungen für einfache Einsatzszenarien. Weitere 22 Prozent integrieren KI bereits in eigene Anwendungen. Fortgeschrittene Systeme, kombinierte Modelle oder agentische KI kommen dagegen nur bei 18 Prozent der Unternehmen zum Einsatz. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 20 Prozent; die Studienverfasser erklären den Rückgang mit vielen neuen Anwendern auf Einsteigerniveau.

Agentische KI bleibt ein Nischenthema

Besonders gering ist die Vertrautheit mit agentischer KI. Laut der ausführlichen Studienbeschreibung haben nur 24 Prozent der befragten Unternehmen überhaupt davon gehört. Vollständig implementiert ist die Technologie erst bei 4 Prozent. Weitere 12 Prozent experimentieren damit oder betreiben Pilotprojekte. Die im Ausgangsmaterial genannte Kurzfassung verweist ebenfalls auf eine geringe Bekanntheit und nennt ein Viertel der Unternehmen, das den Begriff noch nie gehört habe.

Dort, wo agentische KI bereits eingesetzt wird, fallen die Rückmeldungen deutlich positiv aus. 90 Prozent der Unternehmen berichten von Produktivitätssteigerungen, 95 Prozent nennen höhere Einnahmen. Diese Werte beziehen sich allerdings auf jene Unternehmen, die agentische KI bereits nutzen, und beschreiben damit eine fortgeschrittene Anwendergruppe.

Skalierung bleibt für Startups schwierig

Die Studie zeigt zudem strukturelle Hürden für Schweizer Startups. Als grösstes Hindernis für die Skalierung gilt der Zugang zu Finanzmitteln: 54 Prozent der befragten Startups nennen diesen Punkt. Hinzu kommen Probleme bei der Gewinnung von Fachkräften, die 42 Prozent anführen. Auch uneinheitliche Regulierung zwischen Ländern wird als Belastung beschrieben.

Die Folgen sind erheblich: 32 Prozent der Startups ziehen laut Studie in Betracht, Europa zu verlassen. Um die KI-Einführung in der Schweiz weiter zu stärken, empfehlen die Studienverfasser gezielte Investitionen, die Förderung KI-gestützter Innovationen in Unternehmen jeder Grösse sowie eine engere Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft beim Ausbau digitaler Kompetenzen. Ein Vorteil bleibt die starke Fachkräftebasis: Die Schweiz verfügt laut Studie über die grösste Dichte an KI-Fachkräften. Die vollständige Studie steht kostenlos zum Download bereit; offen bleibt, ob die empfohlenen Massnahmen den Skalierungsdruck senken, der derzeit 32 Prozent der Startups zu Wegzugsüberlegungen veranlasst.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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