
95 Prozent aller E-Mails sind Spam
Unerwünschte E-Mails sind für die Empfänger ein Ärgernis und für die Mailanbieter teuer. Auch mit Gesetzen lässt sich die Werbeflut kaum eindämmen.
Björn BöerChefredakteurTechnische Lösungen helfen
"Die Email-Anbieter verwenden viel Zeit und Geld, um das lästige Spamming für ihre Kunden einzudämmen", erläutert Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. "Gegen Spam-Versender helfen nur technische Lösungen." Schärfere Gesetze seien zwar grundsätzlich wünschenswert, ließen sich aber praktisch kaum durchsetzen, da die Versender meist im Ausland sitzen.
Die meisten Spam-Mails stammen demnach aus den USA, Russland und China. Verschickt würden sie in der Regel über so genannte Bot-Netze, einem Verbund infizierter PCs im Internet, die zentral ferngesteuert werden. Die Nutzer der infizierten Computer wüssten dabei oft nicht, dass ihr Rechner Teil eines Bot-Netzes ist.
Blacklisting am effektivsten
Der Kampf gegen Spam ist laut Bitkom für die Anbieter teuer. Der Studie zufolge gibt jeder dritte der großen Mailanbieter dafür knapp eine Million Euro pro Jahr aus. Die beliebteste und effektivste Maßnahme sei derzeit das so genannte Blacklisting. 90 Prozent aller Anbieter überprüften vor dem Zustellen, ob der Absender als Spammer bekannt sei.
So werden vier von fünf eingehende Mails von den Mailanbietern geblockt und landen gar nicht erst in den Postfächern der Nutzer. Je nach Sicherheitseinstellung, die der Nutzer vornimmt, wird im zweiten Schritt der Inhalt der zugestellten Mails noch einmal von Virus- und Spamfiltern überprüft. Verdächtige Mails landen in den Spam-Ordnern der User oder werden mit einer Viruswarnung zugestellt.
Spamfilter sehr zuverlässig
Die Nutzer entscheiden also mit, wie sorgfältig die eingehenden Mails gefiltert werden. „Die Spamfilter der Anbieter sind mittlerweile sehr zuverlässig und sollten von den Nutzern in jedem Fall eingeschaltet werden", rät Kempf.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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