95 Prozent aller E-Mails sind Spam

95 Prozent aller E-Mails sind Spam

Unerwünschte E-Mails sind für die Empfänger ein Ärgernis und für die Mailanbieter teuer. Auch mit Gesetzen lässt sich die Werbeflut kaum eindämmen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
Teilen
Der Verband beruft sich dabei auf die Umfrage "Bekämpfung von Spam in Europa" der europäischen Agentur für Internetsicherheit (Enisa), in der 92 Mail-Anbieter aus 30 Ländern befragt wurden.

Technische Lösungen helfen

"Die Email-Anbieter verwenden viel Zeit und Geld, um das lästige Spamming für ihre Kunden einzudämmen", erläutert Bitkom-Präsidiumsmitglied Dieter Kempf. "Gegen Spam-Versender helfen nur technische Lösungen." Schärfere Gesetze seien zwar grundsätzlich wünschenswert, ließen sich aber praktisch kaum durchsetzen, da die Versender meist im Ausland sitzen.

Die meisten Spam-Mails stammen demnach aus den USA, Russland und China. Verschickt würden sie in der Regel über so genannte Bot-Netze, einem Verbund infizierter PCs im Internet, die zentral ferngesteuert werden. Die Nutzer der infizierten Computer wüssten dabei oft nicht, dass ihr Rechner Teil eines Bot-Netzes ist.

Blacklisting am effektivsten

Der Kampf gegen Spam ist laut Bitkom für die Anbieter teuer. Der Studie zufolge gibt jeder dritte der großen Mailanbieter dafür knapp eine Million Euro pro Jahr aus. Die beliebteste und effektivste Maßnahme sei derzeit das so genannte Blacklisting. 90 Prozent aller Anbieter überprüften vor dem Zustellen, ob der Absender als Spammer bekannt sei.

So werden vier von fünf eingehende Mails von den Mailanbietern geblockt und landen gar nicht erst in den Postfächern der Nutzer. Je nach Sicherheitseinstellung, die der Nutzer vornimmt, wird im zweiten Schritt der Inhalt der zugestellten Mails noch einmal von Virus- und Spamfiltern überprüft. Verdächtige Mails landen in den Spam-Ordnern der User oder werden mit einer Viruswarnung zugestellt.

Spamfilter sehr zuverlässig

Die Nutzer entscheiden also mit, wie sorgfältig die eingehenden Mails gefiltert werden. „Die Spamfilter der Anbieter sind mittlerweile sehr zuverlässig und sollten von den Nutzern in jedem Fall eingeschaltet werden", rät Kempf.

Teilen
Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

Alle Beiträge
Morning Briefing

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

  • 10.800+ Abonnenten
  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.