
So erfährt Adidas alles über Läufer
Gerade wurde der Run for the oceans beendet. Der Lauf für die gute Sache lieferte Adidas 1 Million Teilnehmerdaten – und Kundenbindung. Adidas runners ist beispielhaft für die Strategie, wie der Sportartikelhersteller seinen Digitalumsatz bis 2020 auf 4 Milliarden Euro pushen will.
Iki KühnRedakteurin Der Handel / etailmentDie App für die Gemeinschaft
Adidas runners ist nicht einfach eine App, um sich selbst besser zu organisieren und disziplinieren, sondern liefert einen Gemeinschaftsspirit für Läufer unterschiedlicher Level, "die alle das Ziel haben, sich durch die Kraft des Sports, Freundschaft und Engagement, sportlich zu verbessern – als Teil der eigenen persönlichen Entwicklung", wie es Gschwandtner formuliert. Diese Daten fließen in die Produkt- und Evententwicklung – wie in die individuelle Art der Ansprache. Das aktuelle Beispiel: Der Run for the Oceans, den Adidas als Partner von Parley for the Oceans inszeniert, ist ein moralisch aufgeladenes, emotionales Ereignis. Der Lauf will auf die Verschmutzung der Ozeane durch Plastikmüll aufmerksam machen – gleichzeitig bietet Adidas alles, was ein Läufer braucht – inklusive einer Kollektion mit Parley Ocean Plastic, "aufgearbeiteter Müll, der an Stränden und in Küstengemeinden gesammelt wurde, bevor er das Meer erreichte", verspricht Adidas. 108 Produkte sind im Angebot – wie viel Müll genau in jedem Produkt steckt, bleibt ein Geheimnis.
Limitierte Edition
Zum Auftakt gibt es die limitierte Edition des Ultraboos Parley, „einen leistungsstarken Laufschuh, der konstant Energie zurückgibt. Hergestellt mit Parley Ocean Plastik." Kostenpunkt 200 Dollar. Zudem steckt im Schuh ein NFC-Chip: "Einfach Mobilgerät an den Schuh halten und mehr über die Rettung der Ozeane erfahren", verspricht die Produktbeschreibung.
Vom 8. Juni bis 8. Juli meldeten sich weltweit 924 237 Läufer an – über Runtastic – die in diesen vier Wochen insgesamt 12.402.854 Kilometer gelaufen sind. 13 Städte hatten dazu eigene Laufevents ausgerichtet, darunter London, New York, Los Angeles, Paris, Barcelona, Mailand, Berlin and Shanghai. VIPs wie der Brasilianische Fußballer Ricardo Kaká, der deutsche Torhüter Marc-André ter Stegen, Schwimmlegende Ian Thorpe wie der Surfer Gabriel Villarán unterstützten die Aktion. Die Aufmerksamkeit sollte Geld für die gute Sache mobilisieren und tat es auch. Am 11. Juli meldete Adidas: 1 Million Dollar, denn für die erste Million gelaufene Kilometer spendierte adidas je einen Dollar. Das Geld unterstützt nun die Ocean School auf den Malediven – und Runtastic wertet für Adidas rund 1 Million Läuferdaten aus.
MEHR ZUM THEMA:

Redakteurin Der Handel / etailment
Iki Kühn ist Redakteurin von Der Handel und etailment.de. Sie studierte Ernährungs- und Wirtschaftswissenschaften, absolvierte ihr Volontariat bei der Lebensmittel Zeitung im Deutschen Fachverlag, für den sie über zehn Jahre arbeitete, und war unter anderem als Autorin für den Burda-Verlag sowie als stellvertretende Chefredakteurin für Titel der Medienunion tätig. Seit rund zehn Jahren widmet sie sich digitalen Medien wie Online-Publikationen und der Produktion von Kurzvideos.
Alle Beiträge