
Änderungen für Händler bei Ebay
Vereinfachter Kaufabschluss, Warenkorbfunktion und Kauf auf Rechnung: Ebay modernisiert den Marktplatz weiter. Das hat auch Auswirkungen auf die Gebührenstruktur.
Thomas RehmRedakteurAb sofort können Verkäufer auch die in der vergangenen Woche vorgestellten "Kollektionen" ihrer Artikel erstellen, denen die Nutzer folgen und die sie mit Gleichgesinnten in sozialen Netzwerken teilen können.
Drei Klicks bis zum Kaufabschluss
"Mit der neuen Kaufabwicklung, die wir im Frühjahr 2014 schrittweise einführen, können Artikel zudem schneller und einfacher bezahlt werden", so Möglich. "Nach der Auswahl der Versandadresse und der Bezahlart genügt als letzter Schritt nach der Überprüfung der Checkout. Das sind dann nur noch drei Schritte."
Zudem sei die Option "Sofortige Bezahlung" ab sofort verfügbar: "Das hat für den Händler den Vorteil, dass er beim Checkout nicht mehr extra prüfen muss, wie der Kunde zahlt. Denn das hat er zu Beginn der Kaufabwicklung schon entschieden."
Darüber hinaus will Ebay ab Herbst einen Warenkorb anbieten, sodass Kunden während eines Besuchs des Marktplatzes bei verschiedenen Händlern shoppen können. Last, but not least will Ebay Ende des Jahres auch den Kauf auf Rechnung anbieten. Die Abwicklung der Transaktionen und den Sicherungsmechanismus für Händler übernimmt die hauseigene Zahlungstochter PayPal.
Neue Kriterien für die Händlerbewertung
In Hinblick auf die Verkäuferstandards will Ebay ab August den "hervorragenden Kundenservice von Verkäufern" belohnen und für noch bessere Kundenbindung zu sorgen. Deshalb führt der Marktplatzbetreiber neue Kriterien zur Ermittlung des Servicestatus ein: "Grundlage dieser neuen Methode ist die Zufriedenheitsquote, die zur Ermittlung des Servicestatus von Verkäufern herangezogen wird", erläutert der Ebay-Manager. "Mithilfe dieses einheitlichen Wertes berechnen wir das Verhältnis von mangelhaften zu einwandfreien Transaktionen."
Dabei werde jede Transaktion bei der Ermittlung des Servicestatus nur einmal berücksichtigt. "Fälle, die zu Ungunsten des Verkäufers geschlossen wurden, bleiben wie bisher Bestandteil der Ermittlung des Servicestatus", so Möglich. Zum Schutz des Verkäufers werde aber auch dessen Status künftig stärker vor negativem Einfluss einzelner Käufer geschützt. Zudem soll der neue Ansatz "Keine Bewertung = positive Wertung" zum Schutz der Verkäufer beitragen. Bereits ab dem 16. April steht den Händlern eine Vorschau zur Verfügung, die zeigt, inwieweit sie die Anforderungen bereits erfüllen.
Mehr Festpreisangebote inklusive
Zudem ändern sich die Gebühren für gewerbliche Verkäufer. Ab 6. Mai 2014 wird neben dem Monatsabonnement auch ein Jahresabonnement für Ebay-Shops angeboten: Statt zwölf Monate zahlt der Händler dabei nur zehn Monate. "Außerdem können die Verkäufer deutlich mehr Festpreisangebote ohne Angebotsgebühr einstellen", wirbt Möglich für die neue Gebührenstruktur. "Im Basis-Shop sind beispielsweise 400 Festpreisangebote statt wie jetzt 20 inklusive, im Premium-Shop 2.500 statt jetzt 60." Verkäufer ohne Ebay-Shop zahlen für 40 Festpreisangebote pro Monat keine Angebotsgebühr.
Unabhängig von der Kategorie kann der Verkäufer ab dem 6. Mai 2014 auch zwölf kostenlose Fotos pro Angebot hochladen. Die Angebotsgebühr für Auktionen beträgt künftig einheitlich 40 Cent. "Die Sofort-kaufen-Funktion ist seit 4. Februar 2014 kostenlos", so Möglich. Darüber hinaus wird die Verkaufsprovision künftig nach den Gesamtkosten, die dem Kunden entstehen – also Verkaufspreis zuzüglich eventueller Verpackungs- und Versandkosten – berechnet und der Marktplatzbetreiber erhebt eine Gebühr für vorzeitig beendete Auktionen.
Sybille Wilhelm
Ein Interview mit Ebay-Deutschlandchef Dr. Stephan Zoll erscheint in der März-Ausgabe von Der Handel. Zum kostenfreien Probeexemplar geht es hier. Lesen Sie Der Handel auch auf dem iPad.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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