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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von Etailment.de.
Thomas RehmRedakteurHANDEL NATIONAL
Mängelmelder: 35.728 Klagen über PaketdiensteÜber Postdienstleister sind im ersten Halbjahr laut Bundesnetzagentur 35.728 Beschwerden beim Mängelmelder eingegangen, nach 22.981 im Vorjahreszeitraum, berichtet Golem.de. Doch seien die Zahlen nicht wirklich vergleichbar, erkläre die Behörde, da die Methodik nun vorformulierte Antworten erlaube. 87 Prozent der Beschwerden entfielen auf Deutsche Post/DHL. Die Post argumentiere, die neue, gesunkene Hemmschwelle blähe die Statistik auf. Direktbeschwerden lägen unverändert bei 0,003 Prozent.
Ceconomy verspricht 800 Mio. Euro Umsatz
Ceconomy will das bereinigte Ebit laut Pressemitteilung bis zum Geschäftsjahr 2028/29 auf 800 Mio. Euro steigern, was einem Plus von 60 Prozent entspräche. Der Umsatz solle auf rund 24 Mrd. Euro klettern, der freie Cashflow auf etwa 300 Mio. Euro. Tragen sollen das die Wachstumsfelder Marktplatz, Retail Media und Services. Als neues Steuerungsprinzip rufe die Mediamarkt-Saturn-Mutter „Moments of Trust“ aus – Vertrauen solle zum Wachstumstreiber werden.
Rossmann macht die App zur Apotheke
Rossmann gründet mit der „Rossmann-Apotheke B.V.“ im niederländischen Emmen eine eigene Versandapotheke und peilt den Start für Ende des Jahres an, wie Retail-News.de berichtet. Angeboten würden zunächst rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte, später auch die E-Rezept-Einlösung. Firmenchef Raoul Roßmann räume ein, sich am Konkurrenten DM auszurichten. Herzstück sei die Rossmann-App mit über zwölf Mio. aktiven Nutzern, die sich zum Gesundheitsportal wandeln solle.
Null Punkte für Uber, Wolt, Bolt und Lieferando
Bei Lieferando, Wolt, Bolt, Uber und Uber Eats bleiben faire Arbeitsbedingungen aus, wie Netzpolitik.org unter Berufung auf den „Fairwork-Bericht 2026“ von WZB und Oxford Internet Institute schreibt. Keine der Plattformen erfülle die Mindeststandards; die fünf genannten Unternehmen kassierten allesamt null Punkte. Einzig Flink lande mit sieben von zehn Punkten vorn – als einzige Plattform mit Direktanstellung. Als Ausweg diskutierten die Forschenden eine Pflicht zur Anstellung.
HANDEL INTERNATIONAL
Studie Omni-Channel: Wie sich das Einkaufsverhalten im DACH-Raum verändert
Die Diskussion im Detailhandel dreht sich darum, ob Händler ihre Verkaufs- und Informationskanäle noch enger verzahnen müssen. Dieser sogenannte Omni-Channel Ansatz verlangt nach hohen Investitionen und beruhte in der Vergangenheit auf einem Kaufverhalten, das auf der Nutzung mehrerer Kanäle im Verlauf eines Kaufs setzt: Etwa erst im Laden informieren und dann online bestellen oder umgekehrt. Doch erstmals gehen diese Omni-Channel Einkäufe in der Schweiz zurück, was eine neue Langzeitstudie der Universität St. Gallen nahelegt. Prof. Dr. Thomas Rudolph und Philip Lehrmann fassen die Ergebnisse in ihrem Gastbeitrag auf Etailment.de zusammen.
Streamingabos müssen Kunden ein 14-tägiges Widerrufsrecht einräumen, entschied der Europäische Gerichtshof laut Golem.de. Ein solches Abo sei eine digitale Dienstleistung, sofern es sich dem Nutzerverhalten anpasse, und dürfe den Widerruf nicht ausschließen. Geklagt hatte man in Österreich gegen Sky, das sich darauf berufen hatte, nur Inhalte bereitzustellen. Doch Kunden bräuchten Bedenkzeit, weil sich Kataloge ständig wandelten. Bei Widerruf falle eine Entschädigung nach Nutzungsdauer an.
Amazon unterbietet UPS und FedEx
Amazon fährt in den USA mit seinem Service „Amazon Shipping“ niedrigere Tarife und weniger Zuschläge auf, um gegen UPS und FedEx rasch Volumen und Marktanteile zu gewinnen, wie Goldesel.de berichtet. Seit Jahresanfang stehe das Angebot allen Unternehmen offen, zuvor habe der Konzern nur einen engeren Kundenkreis bedient. Statt in der eigenen Nische zu profitieren, wolle Amazon nun möglichst breit in der Logistik reüssieren.
Shein: Pariser Gericht stoppt Lacoste-Imitate
Das Pariser Justizgericht verhängt ein vorläufiges Verbot für Shein, in der EU Artikel mit Nachahmungen von Lacostes Krokodil-Emblem zu verkaufen, wie Drapersonline.com berichtet. Der Vorverfahrensrichter sehe eine wahrscheinliche Nachahmungsfälschung und ein klares Verwechslungsrisiko für Verbraucher. Shein müsse Lacoste vorläufig 110.000 Euro zahlen und die Entscheidung einen Monat lang auf Homepage und Apps veröffentlichen. Shein betone, es handele sich nur um ein Eilverfahren; das Hauptverfahren laufe weiter.
Der Ultra-Fast-Fashion-Riese Shein hat die Genehmigung für seinen Börsengang in Hongkong erhalten, berichtet Devdiscourse.com. Die chinesische Wertpapieraufsicht CSRC habe grünes Licht gegeben und ebne damit den Weg für eine der prominentesten Handels-Notierungen der vergangenen Jahre. Zuvor sei das Unternehmen in den USA und Großbritannien an geopolitischem und regulatorischem Gegenwind gescheitert.
StockX verkauft Mystery Boxes
Der Sneaker-Marktplatz StockX verkauft in den USA sogenannte Mystery Boxes, Überraschungspakete aus vorab geprüftem Marktplatz-Bestand, berichtet Fashionunited.com. Der Preis richte sich nach aktuellen Verkaufsdaten, und jeder Artikel erreiche oder übertreffe den Kaufwert. Käufer sähen den Inhalt trotzdem erst nach dem Kauf und könnten ihn behalten oder für 80 bis 90 Prozent des Marktwerts zurückverkaufen. Die Rückgabequoten lägen bei zwölf bis 25 Prozent.
Levi Strauss wächst online zweistellig
Levi Strauss meldet für das zweite Quartal ein zweistelliges Wachstum im Online-Geschäft, wie Yahoo.com berichtet. Das Direktgeschäft mit Endkunden stelle seit 17 Quartalen in Folge den Großteil der Umsätze und rücke damit ins Zentrum des Modells. KI setze der Jeans-Konzern bewusst bodenständig ein: für weniger Preisnachlässe, höhere Produktivität und stabile Personalstärke statt für spektakuläre Experimente. Der Quartalsumsatz kletterte auf 1.562 Mio. Dollar, der Nettogewinn auf 87,3 Mio. Dollar.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Googles KI-Siegel für Werbung hat ein Schlupfloch
Google kennzeichnet Werbeanzeigen künftig weltweit mit der Infotafel „Wie diese Werbung erstellt wurde“, was den Einsatz generativer KI offenlegen soll, meldet Onlinemarketing.de. Sichtbar werde der Hinweis in Search, Discover und auf Youtube über das Anzeigen-Center. Bei Google-eigenen KI-Tools erscheine er automatisch, in der EU wegen des AI Act teils direkt an der Anzeige. Einen Haken gebe es dennoch: Nutzten Advertiser KI-Werkzeuge von Drittanbietern, bleibe die Kennzeichnung freiwillig: Wer wolle, könne den KI-Einsatz verschweigen.
Die Zahl der intensivsten KI-Nutzer ist binnen eines Jahres um 31 Prozent geschrumpft, berichtet Techradar.com. Laut einer Umfrage des Mutterkonzerns Future gäben nur noch 14 Prozent an, Chatbots wie ChatGPT oder Gemini mehrmals täglich zu benutzen. Gleichzeitig verweigerten sich 30 Prozent der Technik komplett, was einem Zuwachs von 24 Prozent entspreche. Als Hauptgründe nennt die Erhebung Datenschutzsorgen, den Wunsch nach menschlichem Kontakt und die Furcht vor Abhängigkeit. Im Coding-Bereich wachse die Nutzung dagegen weiter.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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