
Aktionärsschützer geißeln Praktikers Schuldenschnitt
Die Praktiker-Anleihe wurde von vielen Privatanlegern gekauft - nun sollen sie Einschnitte beim Zinssatz hinnehmen, um die Sanierung des Baumarktbetreibers zu unterstützen. Dagegen laufen Aktionärsschützer Sturm.
Thomas RehmRedakteur"Privatanleger sollen bluten, Banken nicht"
Er kritisiert, dass Anleihegläubiger als einzige Kapitalgeber schmerzliche Einschnitte hinnehmen sollen: "Banken und Kreditgeber organisieren sich zwar neu, ihre Zinssätze bleiben aber unverändert", so Tüngler.
Dabei nutzt Praktiker eine Neuerung des Schuldverschreibungsgesetztes, nach der Konditionen durch Mehrheitsbeschluss geändert werden können. Die Regelung wurde von der DSW im Gesetzgebungsverfahren kritisiert.
Ein weiteres Ärgernis aus Sicht der DSW-Experten ist die Informationspolitik des Unternehmens: "Die Anleger werden mit verwirrend formulierten Schreiben unter Zeitdruck gesetzt", so Tüngler. Darin werden mehrere Termine genannt, an denen Geschädigte aktiv werden sollen.
"Fast alle genannten Fristen sind lediglich Bitten, wer sie verstreichen lässt, macht keinen Fehler. Entscheidend ist nur die Zeit vom 22. bis zum 25. März, in der betroffene Anleger ihre Stimmen bei dem zuständigen Notar abgeben müssen", klärt der Aktienexperte auf.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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