3D-Illustration zu E-Commerce-News: Marktplatz, Zahlungsplattform und wandelbares Regalsystem
© Black Forest Labs / Flux

Aleph Alpha, The Platform Group, Nebenan.de, Aldi Süd, Walmart, Wero, Transformer Table, Alibabas Qwen, SaaS, Pearl, Galaxus

Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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– ein Muss, wenn Google in den nächsten Monaten das Universal Commerce Protocol integriert. -> Mehr lesen

HANDEL NATIONAL

Cohere schluckt Aleph Alpha – Schwarz Gruppe legt 500 Mio. drauf
Das kanadische KI-Start-up Cohere übernimmt den Heidelberger Wettbewerber Aleph Alpha, meldet die Tagesschau. Die Schwarz Gruppe steuere als Investor rund 500 Mio. Euro bei und wolle die KI-Lösungen in ihren Rechenzentren einsetzen. Das fusionierte Unternehmen ziele auf souveräne Anwendungen für Verwaltung, Finanzen und Verteidigung.

The Platform Group: Zukäufe zahlen sich aus
The Platform Group hat 2025 das Bruttohandelsvolumen um 44 Prozent auf 1,303 Mrd. Euro gesteigert, meldet Retail-News.de. Der Umsatz sei um 39 Prozent auf 728,1 Mio. Euro geklettert, das bereinigte Ebitda um 65 Prozent auf 55,0 Mio. Euro. Der Plattformanbieter habe drei Beteiligungen abgestoßen, das Auto-Abo-Geschäft eingestellt und mit elf Zukäufen das Segment „Optics & Hearing“ erschlossen.

Nebenan.de: Wenn die Plattform den Nutzer wieder loslässt
Nebenan.de zähle mit über 4,3 Mio. Nutzern zu den größten Nachbarschaftsplattformen Deutschlands, berichtet Heise.de. Anders als klassische soziale Netzwerke ziele die Plattform nicht auf lange Verweildauer, sondern auf Begegnungen offline. Laut hauseigenem Wirkungsbericht fühlten sich aktive Nutzer 24 Prozent weniger einsam, über 80 Prozent hätten im vergangenen Jahr Hilfe geleistet oder erhalten. Werbung funktioniere durch verifizierte Profile mit präzisem lokalen Targeting.

Aldi Süd verschlankt Digitaleinheit: 1.000 Stellen wackeln
Aldi Süd will am Stammsitz Mülheim mehr als 1.000 Stellen streichen, vor allem in der Digital- und IT-Einheit Aldi DX, berichtet Retail-News.de. Bis 2027 solle der einst als Zukunftslabor gegründete Bereich umfassend neu strukturiert, Hierarchien abgebaut und Aufgaben in andere Konzernteile verlagert werden. Der Discounter ziehe damit eine strategische Kehrtwende: Statt einer eigenständigen Digitalsparte setze Aldi Süd wieder auf integrierte Kernprozesse. Hintergrund seien steigende Energie-, Logistik- und Personalkosten sowie der scharfe Preiskampf mit Lidl und Penny.


HANDEL INTERNATIONAL


Walmart wächst digital um 24 Prozent
Walmart hat in seinem Geschäftsjahr 2026 einen Gesamtumsatz von 713 Mrd. Dollar erzielt, ein Plus von 4,7 Prozent, berichtet Progressivegrocer.com. Das E-Commerce-Geschäft sei weltweit um 24 Prozent gewachsen und habe 150,4 Mrd. Dollar zum Umsatz beigetragen. Währungsbereinigt habe der Umsatz um 5,1 Prozent zugelegt, der bereinigte Gewinn um 5,4 Prozent. Die Mitgliedsbeiträge seien um 15,5 Prozent gestiegen.

Rewe winkt ab, Rossmann prüft, Otto schweigt: Wero kommt nicht voran
Sechs Monate nach dem Start für Online-Shops zeigen die zehn größten deutschen Online-Händler dem europäischen Bezahldienst Wero weiterhin die kalte Schulter, berichtet Golem.de. Einzig Media-Markt-Saturn stelle eine Anbindung in Aussicht, allerdings ohne Zeitplan. Otto, Ikea und Zalando prüften seit über fünf Monaten ergebnislos. Rewe schließe eine Integration wegen des geringen Bekanntheitsgrades aus. Laut EHI-Befragung verhielten sich rund drei Viertel der Händler momentan noch abwartend.

Trendwende im Regal: US-Buchhandlungen erleben Renaissance
Unabhängige Buchhandlungen in den USA erleben nach zwei Jahrzehnten Rückgang eine bemerkenswerte Renaissance, berichtet Fastcompany.com im Gespräch mit Andy Hunter, Gründer und CEO von Bookshop.org. Die Zahl der Indie-Buchläden sei in den vergangenen sechs Jahren um rund 70 Prozent gestiegen. Hunter führe die Trendwende auf ein bewussteres Konsumverhalten seit der Pandemie und steigende Lebenshaltungskosten zurück. Bookshop.org positioniere sich dabei als Gegenentwurf zu Amazon, dessen Rabatte und Bequemlichkeit den stationären Buchhandel schon zu lange bedroht hätten.

Transformer Table nimmt den stationären Handel ins Visier
Der kanadische Möbelhersteller Transformer Table öffnet sich nach Jahren im reinen Online-Vertrieb dem stationären Handel, berichtet Furnituretoday.com. 2026 habe das Montrealer Unternehmen mit lediglich vier platzsparenden, ausziehbaren Tischmodellen über 150 Mio. Dollar online umgesetzt. Mitgründer Richard Mabley wolle künftig Einzelhändler als Partner gewinnen und ihnen über tägliche Werbeausgaben von 50.000 bis 100.000 Dollar vorgewärmte Kundschaft zuführen. Zwei neue Kollektionen, Farmhouse und Tavelo stünden bereit, um den US-Markt erschließen.


Alibabas KI-App Qwen öffnet die Tür für externe Dienste
Alibaba lässt erstmals externe Anbieter in seine Qwen-App, berichtet Excitingcommerce.de. Den Auftakt mache China Eastern Airlines: Nutzer könnten Flugsuche, Buchung, Sitzplatzwahl und Check-in komplett im Chat erledigen, ohne zwischen Apps zu springen. Bislang habe Qwen ausschließlich Alibaba-eigene Dienste eingebunden. Der Konzern positioniere die App als „Super-App“ nach dem Vorbild von Wechat und Douyin und platziere sich so ins Wettrennen um die führende Agentic-AI-Anwendung in China.

War SaaS nur eine 20-jährige Zwischenstation?
SaaS könnte rückblickend nur eine 20-jährige Zwischenphase gewesen sein, schreibt Innospective.net. Zwei Jahrzehnte lang hätten Unternehmen ihre interne Struktur in dutzende Punktlösungen ausgelagert, mit Dashboards, Übergaben und eigenen Verwaltungsteams als Folge. KI senke nun die Kosten für Entwicklung, Betrieb und Integration und verschiebe den Vorteil zurück zum Besitz des gesamten Workflows. OpenAI und Google brächten viele neue Agenten-Plattformen, und Finanzmärkte straften klassische SaaS-Aktien spürbar ab.

NACHHALTIGKEIT


Greenwashing-Stopp: Pearl verliert vor Gericht gegen Umwelthilfe
Der Versandhändler Pearl darf seinen Online-Shop künftig nicht mehr als „nachhaltig“ bewerben, wie Haendlerbund.de berichtet. Geklagt habe die Deutsche Umwelthilfe, weil weder die Plattform noch das Sortiment den ökologischen Ansprüchen des Werbeversprechens genügten. Wie sollten Kameradrohnen, Fensterputz- oder Poolreinigungsroboter einen nachhaltigeren Lebensstil ermöglichen, fragte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und sprach von klarer Täuschung. Das Landgericht Freiburg bestätigte die Unzulässigkeit der Werbung. Pearl habe den Unterlassungsanspruch anerkannt.

Klimabeitrag bei Galaxus: Spendierhose gerade in der Wäsche
Der freiwillige Klimabeitrag bei Bestellungen verliert weiter an Zuspruch, meldet Galaxus.de. Im ersten Quartal 2026 hätten in Deutschland nur noch knapp vier Prozent der Kundschaft das Häkchen gesetzt – 2022 sei der Anteil mit acht Prozent doppelt so hoch gewesen. In der Schweiz sei die Quote von zwölf auf rund neun Prozent gesunken. Dort rangiere der Klimaschutz weiterhin als zweitgrößte Sorge, während er in Deutschland nur Platz acht belege.
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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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