
Arcandor-Debatte entzweit Koalition
Die SPD ist für Staatshilfen, die CDU dagegen: Der Schicksal des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor droht zum nächsten Konfliktherd der großen Koalition zu werden.
Thomas RehmRedakteurMinister zu Guttenberg warnt
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) warnte die SPD vor voreiligen Versprechungen von Staatshilfen. Im Ringen um die Zukunft von Opel hätten solche bereits vor mehreren Wochen getroffenen Aussagen zugunsten des Investors Magna dem Unternehmen geschadet. Dieser Fehler dürfe sich bei Arcandor nicht wiederholen.
SPD-Chef Müntefering sprach sich für Staatshilfen zur Rettung von Arcandor aus. Es gehe „um viele tausend Arbeitsplätze im wichtigen Dienstleistungssektor - überwiegend von Frauen", sagte er der „Bild"-Zeitung. „Wir müssen da helfen. Die Bürgschaft, um die es da geht, scheint mir notwendig und zukunftsträchtig."
CDU-Mittelständler gegen Staatsbürgschaft
Der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung in der Unionsfraktion, Michael Fuchs (CDU), lehnte Staatshilfen für Arcandor in der „Rheinpfalz am Sonntag" mit dem Hinweis ab, die aktuellen Probleme seien das Ergebnis jahrelangen Missmanagements.
Laut Mittelstandsunion müssen für Arcandor privatwirtschaftliche Lösungen gefunden werden. „Der Konzern verfügt über sehr vermögende Großaktionäre und sehr werthaltige Aktiva", betonte der Vize der CDU/CSU-Mittelstandsvereinigung, Hans Michelbach. Der SPD warf Michelbach „einseitige Konzernhörigkeit" vor.
Am Freitag waren Einzelheiten eines Gutachtens der von der Bundesregierung beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bekannt geworden: Medienberichten zufolge sehen die Prüfer keine Basis für die von Arcandor beantragte Staatshilfe.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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