
Arcandor-Krise kostet Sal. Oppenheim die Unabhängigkeit
Die Verluste durch die Krise des Arcandor-Konzerns haben für den Aktionär Sal. Oppenheim ungeahnte Folgen: Die Deutsche Bank könnte sich schon bald an der Privatbank beteiligen.
Thomas RehmRedakteurSpekulationen um Übernahme
"Die Deutsche Bank wird über kurz oder lang Sal. Oppenheim komplett übernehmen", ist Analyst Konrad Becker von der Münchener Privatbank Merck Finck überzeugt.
Seit 220 Jahren ist Sal. Oppenheim in Familienbesitz. Lange betrieben die Privatbankiers ihr Geschäft von Köln aus, vor zwei Jahren zogen sie nach Luxemburg. Dann kam die Finanzkrise und mit ihr 2008 der erste Verlust seit Kriegsende. Das wichtige Geschäft mit Zertifikaten brach ein, dazu kamen die problematischen Beteiligungen.
Die Privatbank musste erhebliche Verluste aus der Beteiligung an der inzwischen insolventen Arcandor AG verkraften. Erst Mitte Juni hat Sal. Oppenheim ein großes Paket von Arcandor-Aktien veräußert.
Das Ziel: Gesicht wahren
Trotz einer Kapitalspritze von 200 Millionen Euro durch die Gesellschafter rissen die Spekulationen nicht ab, der Staat müsse stützend eingreifen.
Das Gesicht zu wahren ist das A und O bei Sal. Oppenheim, der gute Ruf ist alles. Die Kunden kommen aus den besten Kreisen und lieben die Exklusivität. Davon will die Deutsche Bank profitieren.
Im Umfeld der Banken wird damit gerechnet, dass schon in den kommenden Wochen Nägel mit Köpfen gemacht werden. Leicht dürften die Verhandlungen aber nicht werden, glaubt der Kenner des Hauses: „Für die Deutsche Bank ist das nur eine Randgeschichte, für Sal. Oppenheim aber eine Zäsur."

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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