Arcandor verabschiedet sich von Staatsbürgschaft

Arcandor verabschiedet sich von Staatsbürgschaft

Der Widerstand in der Politik gegen eine Staatsbürgschaft für Arcandor wächst - nun will der Konzern einen "Rettungskredit" des Bundes. Derweil erhöht Metro den Druck für eine Fusionslösung.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Gegenwind für eine Staatsbürgschaft kommt auch vom Bundeskanzleramt: Kanzlerin Angela Merkel sagte, sie sieht bei der Rettung des angeschlagenen Arcandor-Konzerns in erster Linie die Wirtschaft in der Pflicht. "Ich glaube, dass die Eigentümer und die Gläubiger zur Lösung dieses Problems einen erheblichen Beitrag leisten müssen", betonte Merkel am Donnerstag in Berlin. Viele privatwirtschaftliche Möglichkeiten seien außerdem noch nicht ausgeschöpft worden.

Angebliche Kreditzusage von Steinmeier

Die Zeitung "Rheinische Post" berichtete, SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier habe bei einem Spitzentreffen mit Arcandor-Vertretern dem angeschlagenen Kaufhaus-Konzern einen staatlich abgesicherten Rettungskredit in Höhe von 450 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Ein Sprecher Steinmeiers bezeichnete die Darstellung der Zeitung jedoch als falsch. Die Einzelheiten träfen nicht zu. Richtig sei, dass Steinmeier mit allen Beteiligten Gespräche führe, um eine größtmögliche Zahl von Arbeitsplätzen und von Standorten des Konzerns zu retten.

Kaufhausfusion rückt näher

Die schwindenden Aussichten auf eine rettende Staatsbürgschaft für Arcandor, die auch von der EU abgelehnt wird, geben den Metro-Plänen für eine Fusion von Karstadt und Kaufhof zur "Deutsche Warenhaus AG" Aufwind. Beide Unternehmen haben inzwischen ein Spitzengespräch dazu vereinbart, sagte Arcandor-Sprecher Koslowski in Essen.

Das Gespräch soll nach dpa-Informationen in der kommenden Woche stattfinden. „Es muss ein gemeinsames Konzept erarbeitet und geprüft werden, ob die Zusammenlegung der Warenhäuser eine Option ist", sagte Koslowski. Gleichzeitig müssten solche Gespräche aber auf gleicher Augenhöhe stattfinden.

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht die Metro-Vorschläge als mögliche Lösung der Probleme des Handelsriesen. Dies sei ein „interessanter Weg", sagte Guttenberg am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Cordes spricht mit Vizekanzler

Metro-Chef Eckard Cordes sprach am Donnerstag mit Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) über die Zukunft des Konkurrenten Arcandor. Wie aus Regierungskreisen verlautete, präzisierte Cordes dabei seine Pläne für einen Zusammenschluss der Karstadt-Warenhäuser mit der eigenen Kaufhof-Kette.

Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt, doch in einem Zeitungsinterview ließ der Metro-Finanzchef durchblicken, dass Kaufhof 60 Karstadt-Häuser übernehmen würde.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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