
Fakeshop, DPD Porto, Insolvenzen, Klarna, Spar Österreich, Schweizer Kauflaune, Shein, Chinas Exporte, Deepseek, Luxe Collective
E-Commerce kompakt: Aktuelle News zu Fakeshop, DPD Porto, Insolvenzen, Klarna, Spar Österreich, Schweizer Kauflaune, Shein und weiteren Themen des Tages.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Fahrrad-Discount24 ist offenbar ein Fakeshop
Die Seite „Fahrrad-Discount24.de“ habe sich Firmendaten eines seriösen Anbieters angeeignet und wirke zwar durchaus vertrauenswürdig, sei aber ein Fakeshop, zitiert Spiegel.de die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Die frisch registrierte Domain sei deswegen im „Fakeshop-Finder“ bereits mit „rotem Licht“ markiert. Besonders verdächtig: Anfangs würden sichere Zahlungsmethoden angeboten, beim letzten Bestellschritt bleibe jedoch nur Vorkasse übrig.
Auch DPD erhöht Porto
Nach DHL und Hermes hebt nun auch DPD die Paketpreise für Privatkunden an, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die Preisanpassung betreffe ausschließlich innerdeutsche Sendungen, während Express- und Auslandspakete vorerst von Gebührenerhöhungen verschont blieben. DHL habe bereits zum Jahresanfang aufgrund gestiegener Kosten nachgezogen, Hermes folgte am 1. April mit angehobenen Versandgebühren für den Inlandsversand.
Insolvenzwelle flacht ab
Die Regelinsolvenzen in Deutschland sind im April nur noch um 3,3 Prozent gestiegen, meldet das Statistische Bundesamt. Die Dynamik habe sich damit deutlich abgeschwächt, nachdem von Juli 2024 bis Januar 2025 noch zweistellige Zuwachsraten verzeichnet worden seien. Die Gläubigerforderungen aus Unternehmensinsolvenzen hätten sich im Februar auf 9 Mrd. Euro mehr als verdoppelt, während die Verbraucherinsolvenzen um 4,8 Prozent auf 6.075 Fälle gestiegen seien.
HANDEL INTERNATIONAL
Klarnas Kundendienst stellt wieder Menschen an
Klarna bessert seinen KI-Kurs etwas nach und setzt in einem Pilotprojekt auch menschliche Kundenbetreuer ein, berichtet Golem.de. Der schwedische Fintech-Gigant habe noch vor einem Jahr geschätzt, sein KI-Chatbot könne rund 700 Mitarbeiter ersetzen. CEO Sebastian Siemiatkowski betone nun jedoch die Bedeutung menschlicher Präsenz für Kunden. Trotz dieser Kurskorrektur halte das Unternehmen an seiner grundsätzlichen KI-Strategie fest und sehe den menschlichen Support lediglich als Ergänzung.
Spar Österreich: E-Commerce unter der Lupe
Der österreichische Marktführer Spar nimmt sein E-Commerce-Geschäft unter die Lupe und erwägt die Einstellung des Lieferdienstes, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Mit der „Online-Zustellung von über 20.000 Artikeln“ sei kein Geld zu verdienen, erkläre Einkaufsvorstand Markus Kaser. Die Supermarktkette folge damit einem Trend, nachdem bereits M-Preis, Unimarkt und Billa ihre Zustellservices eingeschränkt hätten. E-Food-Experte Matthias Schu von der Hochschule Luzern kritisiere diesen Schritt als „Schnitzer, der sich langfristig rächen wird“.
Schweizer Kauflaune stürzt im Frühjahr ab
Die Kauflaune der Schweizer ist im April auf einen Tiefpunkt gerutscht, berichtet Handelszeitung.ch. Der vom Staatssekretariat für Wirtschaft berechnete Stimmungsindex sei auf minus 42,4 Punkte abgesackt, nachdem er im März noch bei minus 34,8 Punkten gelegen habe. Besonders die erwartete Wirtschaftsentwicklung werde pessimistischer als im Vorjahr eingeschätzt, während die Einschätzung zur finanziellen Lage und die Bereitschaft für größere Anschaffungen sich verbessert hätten.
Shein verbannt Pelz, Exotenleder und Wildfedern
Shein verbannt jegliche Produkte mit Pelz, exotischen Tierhäuten und Wildfedern von seiner Handelsplattform, meldet Retail-News.de. Der chinesische Mode-Gigant weite sein bestehendes Verbot nun auch auf sämtliche Drittanbieter aus. Betroffen seien Materialien von Tieren wie Straußen, Alligatoren oder Füchsen. Mit diesem Schritt reihe sich Shein in die wachsende Riege internationaler Labels ein, die tierfreie Mode priorisieren – darunter Schwergewichte wie H&M, Nike und Chanel.
Chinas Export trotzt US-Zollkrieg
Chinas Außenhandel zeigt sich trotz des Handelskonflikts überraschend robust, meldet Sueddeutsche.de. Die Exporte seien im April um 8,1 Prozent gestiegen, während Importe nur minimal um 0,2 Prozent zurückgegangen seien. Mit den USA sei der Handel jedoch dramatisch eingebrochen – Exporte um 21 Prozent, Importe um 13,8 Prozent. Deutschland erlebe ein gespaltenes Bild: Chinas Lieferungen nach Deutschland seien um 20,4 Prozent gestiegen, während deutsche Exporte nach China um 12,2 Prozent gesunken seien.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Microsoft-Mitarbeiter dürfen Deepseek nicht mehr nutzen
Microsoft hat seinen Mitarbeitern die Nutzung des chinesischen Chatbots Deepseek untersagt, enthüllte laut Techradar.com Vizepräsident Brad Smith in einer Senatsanhörung. Die Entscheidung fuße auf Datensicherheitsbedenken und der Sorge vor chinesischer Propaganda. Auch US-Regierungsbehörden wie das Handelsministerium hätten den Chatbot bereits verboten. Der US-Kongress bezeichne Deepseek als „tiefgreifende Bedrohung“, da der Dienst umfangreiche Daten sammle und auf chinesischen Servern speichere – mit verpflichtender Kooperation gegenüber chinesischen Geheimdiensten.
EU ringt mit dem Online-Zahlungsbetrug
Mehrere EU-Staaten drängen im Kampf gegen Online-Zahlungsbetrug auf strengere Regeln für Tech-Konzerne, berichtet Heise.de. Online-Betrüger hätten EU-Bürger 2022 um 4,3 Mrd. Euro erleichtert. Angeführt von Irland solle der aktuelle Kommissionsvorschlag zur Regulierung von Zahlungsdiensten erweitert werden. Dieser sehe vor, dass Social-Media-Plattformen künftig die Legitimität ihrer Werbekunden überprüfen müssten. Während etwa die Hälfte der EU-Länder den Vorstoß unterstütze, befürchte die Kommission einen möglichen Konflikt mit dem Digital Services Act.
NACHHALTIGKEIT
Luxe Collective muss nach Millionendiebstahl schließen
Die britische Second-Hand-Plattform für Luxusartikel Luxe Collective stellt den Betrieb ein, berichtet Fashionunited.com. Der Niedergang habe vor etwa einem Jahr begonnen, als Profidiebe Waren im Wert von 500.000 Pfund – etwa die Hälfte des Gesamtbestands – aus dem Lager entwendeten. Die 2018 gegründete Plattform für seltene und Vintage-Stücke sei trotz eines 100.000-Pfund-Investments aus der TV-Show „Dragon’s Den“ an den Folgen des Einbruchs gescheitert.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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