3D-Illustration zu Tiktok, Insolvenzen, Klarna und Just Eat Takeaway im E-Commerce
© Black Forest Labs / Flux

Tiktok, Coupon Report, Bundestag, Insolvenzen, Just Eat Takeaway, Klarna, Carlyle + Very Group, Faire, Sportsshoes.com

Aktuelle E-Commerce-News: Tiktok, Coupon Report, Bundestag, Insolvenzen, Just Eat Takeaway, Klarna, Carlyle + Very Group und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

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HANDEL NATIONAL

150 Tiktok-Mitarbeiter weichen künstlicher Intelligenz
Tiktok plant die Entlassung seines gesamten 150-köpfigen „Trust-and-Safety-Teams“ in Berlin und ersetzt die Moderatoren durch KI und externe Vertragsarbeiter, berichtet Theguardian.com. Das Team überwache bislang den deutschsprachigen Markt mit 32 Mio. aktiven Nutzern und prüfe täglich bis zu 1.000 Videos auf schädliche Inhalte. Die Gewerkschaft Verdi habe bereits Streiks organisiert, da Tiktok Verhandlungen über Abfindungen verweigere. Der Abbau entspreche einer globalen Strategie: Auch in den Niederlanden seien bereits 300 Moderatoren entlassen worden, in Malaysia sogar 500.

eBay OPEN 2025 – Insights, Networking & mehr am 25.9. in Berlin
Am 25. September 2025 ist es wieder soweit: eBay Deutschland lädt zur eBay OPEN 2025 – dem größten Community-Event des Jahres für gewerbliche Verkäufer*innen. In diesem Jahr findet das Event im BrewDog DogTap Berlin statt – einem einzigartigen Veranstaltungsort, der wie gemacht ist für Austausch, Wissenstransfer und Feierstimmung. Von 9:30 bis 22:00 Uhr erwartet die Teilnehmenden ein inspirierender Tag voller Impulse, Vernetzung und spannender Einblicke in die Zukunft des E-Commerce.
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Couponing: Mehr Aktionen, kleinere Rabatte
Die Zahl an Rabattcoupons stieg 2024 deutlich, während die durchschnittlichen Rabattwerte sanken, zitiert Lebensmittelzeitung.net den „Coupon Report“ von Acardo. Der Anstieg der Aktionen betrug 19,4 Prozent bei gleichzeitig 35,5 Prozent mehr Einlösungen. 279 Hersteller und Händler hätten ihr Couponing-Engagement verstärkt und setzten vermehrt auf kleinere, aber häufigere Rabatte statt weniger hoher Nachlässe. Digitale Kanäle wie Händler-Apps gewännen mit einem Plus von 30,9 Prozent massiv an Bedeutung, doch auch die klassischen Print-Formate blieben etabliert.

Bundestag startet Tiktok-Offensive
Der Bundestag plant seine Präsenz auf Tiktok, um junge Menschen zu erreichen, die sich hauptsächlich über diese Plattform informierten, wie Zeit.de berichtet. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner begründe den Schritt damit, dass Demokratie dort stabilisiert werden müsse, wo sich Menschen aufhielten – auch wenn TikTok problematisch sei. Die Datenschutzbeauftragte des Bundes warne jedoch vor der App auf Diensthandys, da der chinesische Betreiber Bytedance Sicherheitsrisiken berge. Das Parlament wolle trotz Bedenken wegen möglichen Datenmissbrauchs durch chinesische Behörden vertrauenswürdige Informationen auf der von Falschnachrichten durchsetzten Plattform anbieten.

19 Prozent mehr Insolvenzen als im Vorjahr
Die Zahl der Regelinsolvenzen stieg im Juli im Vergleich zum Juli 2024 um 19,2 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt. Diese Zuwachsrate markiere den höchsten Wert seit Oktober. Bei Unternehmensinsolvenzen verzeichneten die Amtsgerichte im Mai 2.036 Anträge – ein Plus von 5,3 Prozent. Die Gläubigerforderungen seien dabei von 3,4 auf 3,2 Mrd. Euro gesunken. Besonders betroffen zeige sich die Transportbranche mit 10,9 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen, gefolgt vom Baugewerbe und dem Gastgewerbe.


HANDEL INTERNATIONAL

Just Eat Takeaway: EU genehmigt milliardenschweren Deal
Die EU-Kommission hat die 4,1-Mrd.-Euro-Übernahme von Just Eat Takeaway durch den Technologie-Investor Prosus laut Pressemitteilung genehmigt. Die Lieferando-Mutter wechsele jedoch nur unter strengen Auflagen den Besitzer. Der Prosus-Großaktionär Naspers müsse seinen Anteil am deutschen Konkurrenten Delivery Hero dauerhaft und erheblich verkleinern. Zusätzlich verzichte die südafrikanische Beteiligungsgesellschaft darauf, ihre restlichen Stimmrechte bei Delivery Hero auszuüben.

Nach IPO-Flop: Klarna will globale Digitalbank werden
Nach dem gescheiterten Börsengang im April plant Klarna eine Neuausrichtung hin zur globalen Digitalbank, berichtet Businessinsider.de. Bereits jetzt biete Klarna eine Debitkarte in den USA sowie Mobilfunktarife für 35 Euro monatlich an. Das schwedische Fintech wolle sich vom Image eines reinen „Buy-Now-Pay-Later“-Anbieters lösen und binnen eines Jahres die Zahl seiner Karteninhaber von einer auf zehn Mio. verzehnfachen. Geplant seien zusätzlich Aktienhandel und ein digitaler Finanzassistent.

Carlyle übernimmt britischen Online-Händler Very Group
Der US-Investmentriese Carlyle steht vor der Übernahme der Very Group und beendet damit die langjährige Eigentümerschaft der Barclay-Familie, berichtet Theindustry.fashion. Carlyle könne bereits im Oktober sein „Step-in-Right“ ausüben und Schulden in Eigenkapital umwandeln. Der britische Online-Händler kämpfe mit rückläufigen Zahlen – die Umsätze seien im dritten Quartal um 3,8 Prozent auf 1,67 Mrd. Pfund gesunken. Besonders dramatisch entwickele sich Littlewoods mit minus 15,1 Prozent. Erst im April habe Very sich eine Refinanzierung von 598 Mio. Pfund gesichert.

Tiktok Shop kämpft in Japan um Akzeptanz
Tiktok Shop kämpft laut Globalcosmeticsnews.com nach dem Japan-Start um Akzeptanz – nur zehn Prozent der befragten Händler planen die Nutzung. Frühe Nutzer wie Unilever Japan, Ya-Man, Lacoste Japan oder Nissin Foods hätten bereits Tests durchgeführt, doch die Markenbeteiligung schwinde bereits. Japanische Händler bezweifelten die Popularität von Live-Commerce, scheuten die Plattform wegen ihrer chinesischen Herkunft und fürchteten hohe Produktionskosten für Livestream-Verkäufe. Japanische Verbraucher würden etablierte E-Commerce-Plattformen mit Loyalitätsprogrammen bevorzugen.

Faire expandiert in 15 neue Märkte auf einmal
Die Online-Großhandelsplattform Faire expandiert laut Pressemitteilung gleichzeitig nach Neuseeland und in 14 europäische Länder. Das Netzwerk umfasse nun fast 35 Märkte weltweit. In den bestehenden europäischen Märkten wachse das Geschäft doppelt so schnell wie in Nordamerika – Marken hätten hier bereits über zwei Mio. Bestellungen abgewickelt, Händler fast 500 Mio. Dollar ausgegeben. Für die neuen Märkte stünden bereits über 35.000 Händler auf der Warteliste.

Sportsshoes-App erreicht zwölf Prozent Umsatzanteil
Der britische Online-Händler Sportsshoes.com steigerte seinen Umsatz um vier Prozent auf 93,3 Mio. Pfund, berichtet Internetretailing.net. Treiber sei die im August 2024 gestartete App gewesen, die bereits über 200.000 Downloads verbuche und mittlerweile zwölf Prozent der Erlöse generiere. Das Ebitda kletterte um 13,3 Prozent auf sechs Mio. Pfund. Premium-Verkäufe seien um ein Drittel gewachsen, während 672.465 Neukunden gewonnen worden seien.

40 Prozent der Briten nutzen Paketschließfächer
Mehr als 115 Mio. Pakete wurden im vergangenen Jahr über britische Paketschließfächer abgewickelt, zitiert Channelx.world eine Studie von Inpost und Retail Economics. Die Untersuchung mit 2.000 Haushalten belege, dass bereits 40 Prozent der britischen Erwachsenen die Out-of-Home-Lösung nutzten. Besonders Gen Z (66 Prozent) und Millennials (54 Prozent) griffen häufig auf Schließfächer zurück. Bequemlichkeit bleibe der Hauptgrund für die Nutzung, doch Sicherheit und Nachhaltigkeit gewännen an Bedeutung.


Reddit ist die wichtigste Datenquelle für KI
Reddit dominiert als Datenquelle für Künstliche Intelligenz und erreiche 40,1 Prozent aller KI-Zitierungen, berichtet Deepnewz.com. Die Plattform führe bei großen KI-Modellen wie ChatGPT, Perplexity und Gemini die Referenzlisten an. Selbst Googles KI-Suche zitiere Reddit in 5,5 Prozent ihrer Antworten. Die vielfältigen menschlichen Diskussionen böten KI-Systemen wertvollere Trainingsgrundlagen als klassische Quellen wie Wikipedia oder YouTube. Diese Entwicklung verändere die Wettbewerbsdynamik im Suchgeschäft fundamental.

Ausgepiepst: AOL beendet nach 34 Jahren die Modem-Ära
Wenige können sich noch an das kratzende Piepsen des Modems erinnern und daran, wie sich Boris Becker fragte, ob er denn schon drinnen sei. Im Internet. Über AOL. Über eine CD-ROM, die auf einem Magazin klebte. Dieser Zugang ins Netz über Modem finde aber am 30. September ein Ende, nachdem AOL seine Produktpalette überprüft habe, berichtet Spiegel.de. Noch 2021 seien 1,5 Mio. Amerikaner treue Abonnenten gewesen, wobei nur wenige Tausend tatsächlich noch die Modem-Einwahl genutzt hätten.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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