
Auch Leipzig sagt Ja zu Karstadt
Nach und nach entscheiden sich auch die letzten Städte, für den Erhalt von Karstadt auf die Gewerbesteuer zu verzichten. Nun votierte der Leipziger Stadtrat dafür.
Steffen GerthRedakteur Der Handel und etailmentThomas Fox, Geschäftsführer der Karstadt Warenhandels GmbH, bedankte sich "im Namen von 26.000 Karstadt-Mitarbeitern". "Durch diese Entscheidung wirken Sie aktiv am Zustandekommen des Insolvenzplans von Karstadt mit und unterstützen damit ein Weiterleben der Kaufhäuser und die Sicherheit der Arbeitsplätze", sagte Fox.
Auf den Insolvenzplan kommt es an
Hintergrund der Entscheidung ist, dass bei Zustandekommen eines Insolvenzplanes die Gläubiger des Unternehmens auf bis zu 97 Prozent ihrer Ansprüche gegen die Kette verzichten würden. Der Forderungsverzicht der Gläubiger ließe für das laufende Geschäftsjahr einen sogenannten Sanierungsgewinn entstehen, der formell der Körperschafts- und Gewerbesteuer unterliegen würde.
Bis zum 25. Mai müssen sich die betroffenen Städte für einen Verzicht auf die Gewerbesteuer entscheiden haben. Sollte das nicht passieren, platzt der Insolvenzplan - und der potenzielle Käufer Triton zieht sich zurück.
Dresden debattiert noch
In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden debattieren die Stadtratsfraktionen über den Steuerverzicht. Der Finanzausschuss der Stadt befasst sich am Freitag mit der Angelegenheit.
Gestern protestierten in Dresden etwa 250 Menschen für den Erhalt von Karstadt. Betriebsratschef Steffen Kalisch sagte, die Arbeitnehmer kämpften um die 900 Arbeitsplätze am Standort.
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.

Redakteur Der Handel und etailment
Steffen Gerth ist Redakteur bei Der Handel und etailment. Für das Digital-Commerce-Magazin der dfv Mediengruppe schrieb er unter anderem die wöchentliche Kolumne "Die Woche im Handel" mit Analysen zum Strukturwandel im deutschen Einzelhandel.
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