Automarkt in Europa erholt sich wohl erst 2014

Automarkt in Europa erholt sich wohl erst 2014

2012 wurden Europa weniger Autos zugelassen als in den beiden Vorjahren. 2013 dürften die Neuzulassungen zwar nochmals sinken, prognostiziert die Deutsche Bank. Dann soll aber die Talfahrt zuende sein.

SRSybille RoemerRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den 15 "alten" EU-Ländern werden sich den Prognosen der Banker zufolge 2013 nur marginal verbessern.

"Gerade in Italien und Spanien wird das reale Bruttoinlandsprodukt erneut schrumpfen, wenngleich wir für Italien eine relative Besserung erwarten", heißt es in der Studie "Automarkt Westeuropa: Ende der Talfahrt in Sicht." In beiden Ländern bleibe die Arbeitslosigkeit hoch, und vor allem in Spanien litten die privaten Haushalte unter ihrer hohen Verschuldung.

Nachfrage nicht nur von Wirtschaftslage beeinflusst

Die Autonachfrage wird demzufolge neben dem gesamtwirtschaftlichen Rahmen aber auch von branchenspezifischen Faktoren beeinflusst. "Positiv ist zu erwähnen, dass die Produktpipeline vieler europäischer Autobauer gerade im Segment der Klein- und Kompaktwagen gut gefüllt ist", heißt es.

"Ferner sind angesichts des intensiven Wettbewerbs spürbare Preisnachlässe beim Autokauf üblich und wegen des dauerhaft niedrigen Zinsumfelds auch die Finanzierungskonditionen für den Autokauf günstig." Der Automarkt in Europa bleibe also ein Käufermarkt.

Die Gründe für die geringe Autonachfrage seien in erster Linie in der andauernden Wirtschaftskrise in weiten Teilen Westeuropas zu finden: "Unter den fünf größten EU-Staaten, die etwa 80 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen der EU-15 ausmachen, fielen die Rückgänge in den vergangenen Jahren folglich in Spanien und Italien am stärksten aus. Denn hier sind die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen wie Ausmaß und Dauer der Rezession, Arbeitslosigkeit, Verschuldung privater Haushalte am schlechtesten."

Deutschland und Großbritannien stabil

Die Abwärtstendenz setzte sich demnach 2012 in beiden Ländern fort: Die Pkw-Neuzulassungen seien in Spanien um rund 13 Prozent und in Italien um etwa 20 Prozent gesunken. In Frankreich sei der Pkw-Absatz im vergangenen Jahr zwar um etwa 14 Prozent geschrumpft, habe sich aber in den drei Jahren zuvor auf recht hohem Niveau gehalten.

"Als relativ stabil erweisen sich derzeit die Automärkte in Deutschland und Großbritannien", schreiben die Analysten. "Während in Deutschland 2012 ein Minus von 2 Prozent bei den Pkw-Neuzulassungen zu verzeichnen ist, wird auf der britischen Insel sogar ein Plus von rund 5 Prozent erzielt."

Der Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK) erwartet für 2013 einen Rückgang der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland.

"Unter dem Strich dürften die Pkw-Neuzulassungen in der EU-15 im Jahr 2013 nochmals sinken, wenngleich mit deutlich geringerem Tempo als noch 2012", prognostizieren die Marktforscher ein Zulassungsminus von rund 3 Prozent. "Dabei dürfte der Abwärtstrend schon im Verlauf von 2013 allmählich auslaufen." 2014 sei dann ein Pkw-Neuzulassungsplus von rund 5 Prozent möglich: "Insofern ist das Ende der Talfahrt im westeuropäischen Automarkt in Sicht."

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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