
Wo Kunden gerne automatisch shoppen lassen
Bequemlichkeit zählt. Das macht automatisiertes Shopping in Zukunft so verführerisch. Das Internet of Things und Digitale Assistenten machen das zudem immer leichter. Eine Studie sagt jetzt, in welchen Bereichen Kunden gut und gerne auf den eigenen Klick verzichten können und welche Branchen von Automatismen besser (noch) die Finger lassen.
Toilettenpapier – klar – das hat selbst bei den größten Anstrengungen nie etwas mit Erlebniseinkauf zu tun. Hier wie auch bei Haushaltspapier und Waschmitteln können sich rund 40 Prozent der jüngeren Internetnutzer und mehr als jeder zweite erwachsene Befragte vorstellen, automatisiert nachzuordern. Dies trifft auch auf Kaffee, Putzmittel, Rasierklingen oder Duschgel zu.
Automatisiertes Shopping - Wozu dann noch Werbung?
Für Marken wäre das indes nicht ganz ungefährlich. Wozu noch TV-Werbung und Online-Banner, wenn der Kunden das Produkt nur noch per Abo bestellt oder schon längst an automatische Systeme „outgesourct“ hat, internetfähige Haushaltsgeräte je nach Vorlieben und Bedarf automatisch nachbestellen, und der Kunde über Alternativen nicht mehr nachdenken muss und will?
Geringer ist denn auch das Potenzial dort, wo von Haus aus der Einkauf häufiger wechselt. So sieht die Studie weniger Interesse bei Nudeln, Müsli, Joghurt und Wurstwaren, da hierbei verstärkt variiert wird. Außerdem ist das Potenzial immer auch stark von der Zielgruppe abhängig. Frauen präferieren im Vergleich zu Männern eher die gleichen Marken/Varianten und standardisieren so den Einkauf. Das bedeutet aber auch: Für automatisierte Nachbestellungen eignen sich jene Produkte, bei denen Deutsche besonders markentreu sind und die sie daher immer identisch kaufen, wie zum Beispiel Waschmittel, Shampoo oder Deo. 87 Prozent der Befragten geben an, sich bei FMCG-Produkten am liebsten immer für gleiche Marken und Varianten zu entscheiden.
Automatisch, aber flexibel - Vorbild Amazon Abo?
Flexibel soll der Automatismus, so das Ergebnis der Onlinebefragung von insgesamt 693 Internetnutzern, trotzdem sein. Wann, wie viele Produkte und in welcher Ausführung geliefert werden sollen – das möchten die Kunden jederzeit ändern können. „Die Deutschen wollen auch bei automatisierten Bestellungen die Kontrolle nicht aus der Hand geben.Wie bei so vielen anderen Prozessen im Handel gilt auch hier: Der Kauf soll so individuell und auf den Käufer zugeschnitten wie möglich sein. Nur dann ist auch echte Convenience gegeben“, so Dr. Eva Stüber, Mitglied der Geschäftsleitung am IFH Köln.
Wie simpel man derlei lösen kann, kann man sich, so meine eigene Erfahrungen, schon heute beim Amazon-Abo abschauen, dass überaus bedienerfreundlich Korrekturen ermöglicht und mit gestaffelten Rabatten lockt, je mehr Produkte automatisch geliefert werden dürfen.Allerdings braucht es für den automatischen Einkauf noch etwas Vertrauen. Ein Auftrag per App (46 Prozent) ist gegenüber komplett automatisierten Bestellvorgängen der Favorit. Und: 30 Prozent bevorzugen noch vor Amazon die Lieferung durch ein Geschäft in der Nähe. MEHR ZUM THEMA:
Chefredakteur
Olaf Kolbrück, 48, war lange Jahre Reporter Internet und E-Business bei Horizont. Seine Karriere bei Horizont, Fachmagazin für Marketing und Medien, startete er 2000 als Redakteur für Marketing, Web 2.0 und E-Commerce. Daneben gründete er den renommierten Marketing-Blog Off-the-Record.de und zählt zu den profiliertesten Bloggern für digitale Werbung und Marketing. Im Juli 2013 erschien sein Fachbuch "Erfolgsfaktor Online-Marketing - So werben Sie erfolgreich im Netz / E-Mail, Social Media, Mobile & Co. richtig nutzen" (Deutscher Fachverlag, Frankfurt). Anschließend ist von ihm der Kurzgeschichten-Band "Gebete an die Cloud - 5 phantastische digitale Geschichten" erschienen. (Printversion) 2009 gewann er den Innovationspreis des Deutschen Fachverlags. 2011 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Vereins D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt. Zu seiner früheren redaktionellen Tätigkeit zählen Positionen bei der Handelsgruppe Rewe in Köln und bei der Neue-Rhein-Zeitung. Nebenbei schreibt er Krimis. Sie finden den Autor bei Twitter unter dem Namen @OlafKolbrueck oder auch auf Facebook sowie bei Google+. Kolbrück bloggt auch noch hier. Mehr über Olaf Kolbrück als Autor gibt es auf kolbrueck.de.
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