
Bettenfachhändler hadern mit Internetkonkurrenz
Eigentlich lief das vergangene Jahr ganz gut für die Bettenfachhändler. Sorge macht ihnen nur das Internet - vor allem bei Artikeln, die keiner Mode unterliegen.
Knapp jeder zweite befragte Bettenfachhändler hatte der Verbandsumfrage zufolge 2011 höhere Erträge als im Jahr zuvor. Bei 40 Prozent blieben die Gewinne stabil, jeder zehnte verzeichnete im vergangenen Jahr niedrigere Erträge. Für das laufende Jahr 2012 rechnen unterdessen 60 Prozent der Händler mit einem Umsatz-Plus, jeder dritte geht von stabilen Erlösen aus und 7 Prozent planen ein leichtes Minus ein.
Internet-Wettbewerb missfällt Händlern
Als aktuell größtes Problem bewerten 59 Prozent der Befragten den (Preis-)Wettbewerb im Internet. Dabei kritisiert VDB-Präsident Martin Wartig vor allem die "ausufernden Verkäufe" über Shopping Clubs: "Insbesondere zeitlose Artikel ohne modische Abwertungsrisiken dürfen nicht auf diesem Weg verramscht werden", mahnt der Verbandpräsident.
Als zweitgrößtes Problem nennt jeder zweite befragte Händler die allgemeine Kaufzurückhaltung, 43 Prozent den steigenden Kostendruck.
Der Verzicht auf Direktverkäufe in eigenen Stores oder im Internet – vor allem unter dem empfohlenen Verkaufspreis - ist mit 83 Prozent der am häufigsten genannte Wunsch des Bettenfachhandels an seine Lieferanten. Auf den folgenden Plätzen landet der Wunsch nach einem selektiveren Vertrieb mit 61 Prozent, nach mehr Unterstützung bei Werbung und Präsentation mit 59 Prozent und nach einer höheren Kalkulation mit 54 Prozent. Ebenfalls häufig genannt von den Umfrageteilnehmern wurden "schnellere Nachlieferung" mit 41 Prozent. "Informationen über Renner/Penner als Einkaufshilfe" wünschte sich jeder dritte befragte Bettenfachhändler.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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