Breitbandanschlüsse: ADSL versus Kabel

Breitbandanschlüsse: ADSL versus Kabel

Das Marktforschungsinstitut Forrester geht in seiner neuen Studie "Making ADSL Broadband Pay" davon aus, dass die europäischen Telekommunikationsanbieter mit Breitbandzugängen Gewinne erwirtschaften können

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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"Kabel ist zwar der Vorreiter von Breitband in Westeuropa gewesen, die Zukunft gehört jedoch der ADSL-Technologie," ist sich Lars Godell, Senior Analyst bei Forrester Research, sicher."2001 benutzten 56 % der Breitbandverbindungen ADSL, und die Telekommunikation steht gerade erst am Anfang. Mit den heutigen Diensten und Preisen erbringt das Breitbandgeschäft jedoch noch keine Gewinne," so Godell.

Zur Analyse der Profitmöglichkeiten europäischer Telekommunikationsanbieter im Bereich Consumer Broadband entwarf Forrester drei Angebotsmodelle über einen Zeitraum von 10 Jahren: Nur Zugang, Zugang und PC-Mehrwertdienste sowie ein Gesamtpaket bestehend aus Zugang, Mehrwertdiensten und Fernsehen über DSL. Die profitabelste Strategie für ADSL-Anbieter ist neben der Bereitstellung des Zugangs der Verkauf von PC-Mehrwertdiensten wie Spiele, Musikabonnements, Inhalte für Erwachsene, Fernnetzanbindung und Sicherheit.

Im Vergleich zum Zugang alleine kann die Telekommunikation mit diesen Diensten über Abonnements zwei Jahre früher einen kumulierten Gewinn erwirtschaften. Die Verwendung fortschrittlicher Technologien und begrenzte zusätzliche Investitionen versetzen die Branche in die Lage, bereits im sechsten Jahr 5,5 Euro an zusätzlichen Einnahmen pro Monat und Abonnent zu erzielen. Mit dem Anbieten eines Gesamtpaketes, das als Instrument gegen die Führungsposition der Kabelanbieter im TV-Geschäft dienen soll, werden auschließlich negative Ergebnisse erzielt.

Anbieter auf dem Telekommunikationsmarkt wie British Telecom werden mühsam versuchen, den Umbau ihrer Netzwerke voranzutreiben, um so eine umfassende Versorgung auf ihren eigenen Netzwerken anbieten zu können. Diese Unternehmen sollten sich der Parallelen zu ihren erst kürzlich getätigten UMTS-Investitionen bewusst sein – sehr hohe Kapitalkosten und sehr unsichere Umsätze. "Aufgrund der zu erwartenden geringen Umsätze und der nicht ausgereiften Technologien kann der Einstieg ins Videogeschäft in der Telekommunikation das Aus bedeuten," warnt Lars Godell.

Telekommunikationsanbieter, die mit Kupfernetzen einen Alleingang im TV-Geschäft versuchen, werden an grundlegenden Hürden scheitern. Probleme verursachen vor allem unausgereifte Set-Top-Box- und VDSL-Technologien, der Mangel an Fachkenntnissen bezüglich der Bündelung von Inhalten (Content Bundling) und die Preisgestaltung sowie die Verwaltung digitaler Rechte und CPE-Anbindung. Stattdessen sollten diese Anbieter neue Wege einschlagen, um Geschäfte in größerem Rahmen abzuwickeln und ihre DSL-Leitungen im Großhandel anzubieten, auch für Konkurrenzunternehmen im Bereich Kabelkommunikation und Satellitenfernsehen. "Telekommunikationsanbieter sollten tatsächlich dem Beispiel von British Telecom folgen und günstigere Komplettpakete anbieten, indem sie Satellitenfernsehen von Unternehmen wie BSkyB weiterverkaufen," rät Godell. (DS)


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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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