
Bürgermeister vernachlässigen ihre Internet-Gemeinde
Nur die Hälfte der deutschen Großstadtbürgermeister beantwortet Bürgeranfragen per E-Mail innerhalb einer Woche. 17% antworten überhaupt nicht.
Björn BöerChefredakteurViele deutsche Großstädte glänzen im Netz mit aufwendig gestalteten Web-Seiten. Was zunächst jedoch als virtuelles Rathaus, virtueller Bürgermeister oder virtuelles Bürgeramt angepriesen wird, ist oft nicht mehr als ein Infokasten in Form einer Internetseite. Der Bürger erfährt hier zwar Öffnungszeiten und die Adressen der wichtigsten Ämter, von virtuellem Bürgeramt kann jedoch noch keine Rede sein. Für wichtige Formalitäten, wie sie beispielsweise bei einem Umzug anfallen, muss man sich nach wie vor auf Ämtertour begeben.
Besonders stiefmütterlich gehen laut Umfrage die Bürgermeister der Metropolen München, Hamburg und Köln mit konkreten E-Mail-Anfragen zum kommunalen Service im Netz um. Sie antworteten Rat suchenden Bürgern erst im zweiten Anlauf und - wie auch Berlin und Frankfurt - lediglich mit einem knappen Verweis auf die Homepage der Stadt. Ganz anders das Bild bei kleineren Städten wie Hagen, Braunschweig oder Neuss. Hier überzeugten die Bürgermeister mit einer hohen Service-Orientierung.
Die Schnelligkeit einiger Bürgermeisterämter ist allerdings bemerkenswert. Jedes vierte antwortete noch am selben Tag, 19% am nächsten und weitere 6% innerhalb von fünf Tagen. Insgesamt ist die Qualität der Antworten nicht einheitlich: 30% der angemailten Stadtväter und -mütter verwiesen kommentarlos auf ihre Homepage. Etwa jeder vierte lieferte noch kurze Erläuterungen dazu. Weitere 22% der insgesamt 54 befragten Buergermeisterämter reagierten mit einer eingehenden Beratung via E-Mail.
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Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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