
"Catwalks" und "Kuben": Zara mit neuem Flagshipstore in New York
Wenig Farbe, klare Linien. Zara will mit dem Vorzeigeladen an der Fifth Avenue stilbildend sein. Das Konzept soll weltweit gelten – auch für neue Filialen in Deutschland. derhandel.de berichtet aus New York.
David WöllensteinRedakteurKlicken Sie hier für eine Bildergalerie mit Fotos des Zara-Stores in New York
Da die Ware im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen soll, sind die Zara-Designer sparsam mit Farbe umgegangen: Schwarz und Weiß dominieren auf der Verkaufsfläche. Ein neues Lichtkonzept mit in der Decke eingelassenen Leisten in Form von langen schwarzen Linien zeigt den Kunden den Weg.
Nischen mit Boutique-Atmosphäre
Zwei durchgehende Gänge, im Zara-Jargon "Catwalks" genannt, führen in allen drei Verkaufsetagen von der Vorder- bis zur Rückseite des Ladens. Daneben angeordnet sind deutlich abgetrennte thematische Bereiche, wegen ihrer Form "Kuben" genannt.
Diese Nischen sollen wie kleine Boutiquen wirken, in denen der Kunde sämtliche Kleidungsstücke zu einem Thema findet – etwa Business oder Sport – und dazu passende Schuhe und Accessoires.
Ausgefeiltes Logistikkonzept
Der Kassenbereich, im hinteren Bereich positioniert, hat zwei LED-Displays in Übergröße, die schon von der Eingangstür aus zu sehen sind. Die Hardware für den Kassenbereich hat IBM geliefert.
Doch Zara will nicht nur beim Ladendesign innovativ sein: Eine ausgefeilte Logistik soll dafür sorgen, dass des niemals Engpässe bei Waren gibt. Bestellt wird je nach Nachfragesituation mehrmals in der Woche. Innerhalb von 48 Stunden, sagt Zaras Kommunikaktionsmanager Jesus Echevarria, soll die georderte Ware die Filiale erreichen.
Langsame Expansion in Amerika
Zara ist bereits seit 1989 in den USA präsent und hat das Land als ersten außereuropäischen Markt anvisiert. Doch während die Expansion der Modekette in Europa zügig voranging, hat es die Inditex-Tochter in Amerika nur auf rund 50 Läden geschafft.
So wirkt der Mega-Laden auf der teuren Fifth Avenue als Bekenntnis zum amerikanischen Markt – und auch zu Zaras selbstgesteckten Nachhaltigkeitszielen: Der Flagshipstore soll im Schnitt 30 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger Wasser verbrauchen, als eine gewöhnliche Filiale.
Marcelo Crescenti, New York

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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