
Chaostage bei Karstadt: Highstreet kontert Berggruen und Valovis
Die Valovis-Bank vermeldet eine Einigung mit Karstadt-Investor Berggruen im Mietstreit. Das Immobilienkonsortium Highstreet weist die Darstellung aber zurück.
David WöllensteinRedakteurDie Valovis Bank, ehemals KarstadtQuelle Bank, hatte als wichtiges Mitglied des Vermieter-Konsortiums Highstreet einer Einigung mit Berggruen bislang nicht zugestimmt.
Keine Einigung über Kreditlinie
Berggruen und die Bank hatten von Highstreet eine "zügige und vorzeitige" Ablösung eines durch Valovis bis zum Jahr 2014 gewährten Kredits verlangt. Dieser umfasst die Summe von mehr als 850 Millionen Euro.
Über diesen Punkt habe es keinerlei Absprachen mit Highstreet gegeben, sagte ein Sprecher des Immobilienkonsortiums. Man werde diese Forderung nun prüfen, sich dabei aber auf keine Fristen festlegen lassen.
Die Valovis-Bank hatte für den Kauf der Karstadt-Warenhäuser durch Highstreet einen 850 Millionen Euro-Kredit bereitgestellt. Dafür hatte das Institut als Sicherheit 53 Warenhäuser erhalten.
Die vorzeitige Ablösung des Kredits sollte für einen "sachgerechten Risikoausgleich" zwischen Highstreet als Eigentümer der Immobilien und dem potentiellen Mieter Karstadt sorgen, hieß es in den Erklärungen von Valovis und Berggruen.
Mietverhandlungen seit fünf Wochen
Highstreet verhandelt bereits seit fast fünf Wochen ohne Ergebnis über die von Berggruen geforderten Mietsenkungen.
Der Investor Nicolas Berggruen hatte den Kaufvertrag für Karstadt Anfang Juni unterzeichnet, ohne sich zuvor mit den Vermietern geeinigt zu haben. Ohne eine Einigung tritt der Vertrag jedoch nicht in Kraft.
dpa
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.
Eine Bildergalerie zur Geschichte von Karstadt finden Sie hier.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
Alle Beiträge