
Click-to-Call im E-Commerce: Luxus oder unverzichtbar?
Wie viel Serviceangebote muss ein Onlineshop bieten? Diese Frage ist ein Dauerbrenner in der E-Commerce-Branche. Denn Dienste wie Click-to-Call (umgehender, kostenfreier Rückruf) oder Click-to-Chat (Live-Chat mit dem Kunden) sind teuer und aufwendig in der Betreuung. Es lohnt sich aber dennoch, so die These eines Whitepapers, das der Dienstleister iAdvize gemeinsam mit dem ECC Köln erstellt hat. Grundlage ist eine Befragung von 500 internetrepräsentativen deutschen Onlineshoppern im September...
Wichtig sind die Servicefunktionen vor allem zur Vermeidung von Kaufabbrüchen. Laut Befragung haben 65 Prozent der Konsumenten schon mindestens einmal einen Kauf in einem Onlineshop abgebrochen, weil etwas unklar war oder ein Problem nicht gelöst werden konnte. Weist man die Kunden beim Abbruch auf eine Click-To-Chat-Möglichkeit hin, nehmen bis zu 55 Prozent das Angebot an und kaufen am Ende doch noch.
Allerdings ist iAdvize ein Anbieter von Click-To-Call-Systemen und macht mit der Studie Werbung in eigener Sache. Und es ist nicht schwierig, zu den gewünschten Ergebnissen zu kommen: Frage Menschen nach Dingen, die billig und bequem sind, und sie wollen sie immer haben oder können es sich zumindest vorstellen. Aussagekräftiger wären hier Versuchsreihen in Onlineshops, bei denen einer Gruppe von Käufern die Click-To-Call-Funktion gezeigt wird und einer Testgruppe nicht.
Vorsicht ist vor allem geboten, weil nicht nur Fehlinvestitionen drohen, sondern auch Vertrauensverlust. Denn Service-Funktionen, die nicht auch in Spitzenzeiten zuverlässig bedient werden können, wirken sich kontraproduktiv aus - bei Nicht-Funktionieren wäre es besser, sie gar nicht angeboten zu haben.
Dennoch: Servicefunktionen können die Vorteile des Onlinekaufens mit den positiven Aspekten der Offline-Welt - zum Beispiel der persönlichen Beratung - kombinieren. Das ist nie falsch.
Was Onlineshopper von Servicefunktionen halten:
Redakteur
Klaus Janke ist freier Autor und Journalist mit dem Schwerpunkt Marketing und Medien. Daneben betreut er Corporate-Publishing-Projekte. Von 2000 bis 2008 arbeitete er für HORIZONT, zunächst als Ressortleiter Internet, dann als Ressortleiter Marketing. Davor war er unter anderem für die „WAZ“, für „Prinz“, seine eigene PR-Agentur und als Chefredakteur für das „Journal Frankfurt“ aktiv. Klaus Janke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und bloggt unregelmäßig auch hier: www.jankesbuntewelt.com.
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