Commerzbank startet digitalen Finanzierungsmarktplatz

Commerzbank startet digitalen Finanzierungsmarktplatz

Die Commerzbank will im wachsenden Crowdfunding-Markt mitmischen. Als erste deutsche Großbank hat sie eine Finanzierungsplattform entwickelt. Allerdings mit einigen Einschränkungen.

MSMarion SchalkRedakteurin
3 Min.· Aktualisiert am
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Jetzt will die Commerzbank im wachsenden Markt der sogenannten Peer-to-Peer-Lending-Plattformen mitmischen: Als erste deutsche Großbank hat sie gemeinsam mit der eigenen Tochter Main Incubator eine Finanzierungsplattform für mittelständische Unternehmen entwickelt.

Diese heißt Main Funders, soll in einigen Tagen starten, und unterscheidet sich dann doch von anderen Kreditmarktplätzen wie Funding Circle, Auxmoney oder Bergfürst: Darlehensnehmer müssen Firmenkunden der Commerzbank sein, investieren dürfen nur institutionelle Anleger. Kreditgesuche unter 200.000 Euro werden nicht berücksichtigt. Bis zu zehn Millionen Euro kann das Volumen betragen, die Laufzeiten sind auf bis zu fünf Jahre ausdehnbar.

Omnichannel - weil der Kunde es will

Der Commerzbank – und auch den anderen Banken – geht es wie dem Einzelhandel: Wer in Zukunft eine Rolle beim Kunden spielen will, muss auf allen Kanälen präsent sein, erklärt Michael Kotzbauer, als Bereichsvorstand für das Corporate Banking bei der Commerzbank verantwortlich, den Hintergrund für das neue Angebot. Die Filiale sei dabei ebenso wichtig wie der Ausbau des digitalen Angebots. "Digitalisierung ist kein Selbstzweck, die Kundenerfahrung steht im Vordergrund", gibt der Manager die Zielsetzung vor. "Die Bank, die dabei Vorreiter ist, wird das Rennen um den Kunden gewinnen."

So funktioniert die neue Plattform

Die Anmeldung läuft über das Firmenportal bei der Commerzbank, diese prüft auch die Bonität des Kreditnehmers sowie weitere Kriterien. Wer ein Projekt finanzieren will, muss eine "aussagekräftige Projektbeschreibung" abgeben.

Je nach Risikoeinschätzung legt das Finanzinstitut die Konditionen für das Gesuch fest. Sind die Unterlagen bereits in den Systemen der Bank hinterlegt, kann die Überprüfung nur wenige Stunden dauern. "Wie lange ein Gesuch auf der Plattform platziert werden soll, entscheidet der Unternehmer selbst, das können zwei Wochen oder länger sein", erläutert Birgit Storz, Geschäftsführerin bei Main Incubator. Lediglich die Investoren sehen alle Gesuche auf der Plattform. Sie tragen auch das Risiko eines Ausfalls: Platzt ein Kredit, gehen sie leer aus. Da trifft sich die Bank dann wieder mit den anderen Lending-Plattformen.

Neue Einnahmen für die Bank, alternative Finanzierungspartner für Kunden

Mit Main Funders will die Commerzbank zusätzliche Einnahmen generieren, um den schwindenden Margen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld und den wachsenden Eigenkapitalanforderungen an die Banken etwas entgegenzusetzen. Die Commerzbank verlangt von den Darlehensnehmern eine Gebühr 0,45 Prozent mal der Laufzeit auf den jeweiligen Kreditbetrag, die Investoren zahlen eine Nutzungsgebühr von 0,2 Prozent.

"Kunden wollen ihren Finanzierungsmix diversifizieren", begründet Kotzbauer, warum die Kunden des Instituts Interesse an einer Finanzierung über die Plattform haben sollen. Nun könne die Bank im Beratungsgespräch eine Alternative zur klassischen Finanzierung anbieten. Investoren wiederum suchten nach attraktiven Renditen und alternativen Anlageformen.

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Geschrieben vonMarion Schalk

Redakteurin

Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de

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