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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
Otto verteilt Agentur-Abzeichen für Marktplatz-Profis
Otto zertifiziert künftig Marketing- und E-Commerce-Agenturen als offizielle Experten für sein Plattform- und Retail-Media-Geschäft, meldet Ibusiness.de. Zwei je zweistündige Schulungen plus eine kurze Prüfung münden laut Otto in ein Badge für Websites, Präsentationen oder soziale Netzwerke. Wer mindestens drei examinierte Mitarbeitende und ein starkes Buchungsvolumen vorweise, erhalte zudem ein „Agency Partner Badge“. Zertifizierte Agenturen landeten außerdem im offiziellen „Partner Directory“, das Marktplatzpartnern die Suche nach passender Beratung erleichtern solle.
Eröffnung des 1000. Smart Store 24/7
Im Mai 2026 eröffnete der 1000. Smart Store 24/7 in Deutschland: „Ein bedeutender Meilenstein für die junge Betriebsform im Einzelhandel“, heißt es im Whitepaper der „Schriftenreihe Handelsmanagement“ der DHBW Heilbronn. Dargestellt wird, wer die relevanten Player im Markt sind, welche Standorte für Smart Store 24/7 genutzt und welche Technologien eingesetzt werden. Außerdem kommen 15 Protagonisten der Smart Store 24/7 Community zu Wort.
89 Prozent der DAX-Websites mit Barrieren
Ein Jahr nach Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes weisen 89 Prozent der verbraucherorientierten DAX-Websites mindestens eine digitale Barriere auf, meldet Accessiway per Pressemitteilung. Geprüft worden seien 19 Seiten anhand von neun WCAG-Kriterien; im Schnitt verfehle jede mehr als drei. Am häufigsten passten sich Inhalte schlecht an kleine oder vergrößerte Bildschirme an, die Farbkontraste blieben zu schwach, und beim Hochskalieren der Schrift fielen Funktionen weg. Bei Verstößen drohten Geldbußen bis 100.000 Euro.
Jedes vierte Unternehmen gehört zur digitalen Wirtschaft
Jedes vierte Unternehmen in Deutschland gehört zur digitalen Wirtschaft, meldet der Bundesverband Digitale Wirtschaft. Die gemeinsam mit dem Startup Istari.AI erstellte Studie zähle 352.600 Firmen, das entspreche rund 25 Prozent der Gesamtwirtschaft. Davon entfielen vier Prozent auf die rein digitale Kernwirtschaft, zwölf Prozent auf digital getriebene Geschäftsmodelle und neun Prozent auf klassische Branchen, die sich maßgeblich durch digitale Technologien verändern.
DPD digitalisiert die Abholung im Paketshop
DPD Deutschland hat laut Pressemitteilung bundesweit den „Pickup Pass“ gestartet. Empfänger bekämen seit dem 9. Juni automatisch einen persönlichen QR-Code in der Benachrichtigungs-E-Mail, den sie im Paketshop nur noch vorzeigen und scannen ließen. Das umständliche Heraussuchen der Paketnummer falle weg, vor allem in großen Shops beschleunige das die Übergabe. Perspektivisch plane DPD eine Abholung ganz ohne Ausweis oder Vollmacht.
Bedienungsanleitungen bestimmter Produkte dürfen künftig rein digital bereitstehen, berichtet Haendlerbund.de. Die Neuregelung der EU beträfe unter anderem Glühbirnen, E-Bike-Batterien, Jetskis oder Aufzüge. Käufer könnten die gedruckte Version allerdings weiterhin einfordern. Für den Handel entstünden neue Pflichten: Digitalversionen müssten dauerhaft abrufbar sein, Anfragen zur Papierversion zuverlässig bearbeitet werden. Fristen und technische Vorgaben seien noch festzulegen.
HANDEL INTERNATIONAL
Aus Lifestyle Retail wird Secret Sales Group
Die Lifestyle Retail Group firmiert künftig als „Secret Sales Group“ und stellt damit ihre bekannteste Off-Price-Marke ins Zentrum, meldet Retail-News.de. Die Gruppe betreibe Marktplätze für überschüssige Markenware in sieben europäischen Märkten und zähle rund 17 Mio. registrierte Nutzer. Seit Jahresbeginn seien 150 Verkäufer und über 500 Marken hinzugekommen, das Inventar sei um 124 Prozent gewachsen. Der Warenbestand summiere sich auf rund sieben Mrd. Pfund.
StockX startet im Sommer das Live-Shopping-Format „StockX Live“, wie das Unternehmen mitteilt. Es richte sich an die mehr als 30 Mio. monatlichen Besucher des Marktplatzes und biete Live-Auktionen samt Sudden-Death- und Max-Bidding-Verfahren, viele Gebote ab einem Dollar, dazu Gratis-Verlosungen und Live-Chat zwischen Käufern und Verkäufern. Zum Start dabei: Sneaker, Bekleidung, Sammelkarten und Vintage-Mode, allerdings vorerst nur für amerikanische Kunden mit iPhone.
Shopee entlässt Entwickler und setzt auf KI
Shopee streicht weltweit Hunderte Entwicklerstellen, wie Straitstimes.com berichtet. Betroffen seien rund acht Prozent der Entwicklerbelegschaft, etwa in der Qualitätssicherung, weitere Kürzungen seien möglich. Ob der Schritt direkt am versprochenen KI-Kurs hänge, bleibe allerdings offen. Kritiker vermuteten „AI-Washing“, denn bislang stecke die Technik nur in Produktempfehlungen und Verkäufer-Werkzeugen.
Südkoreas traditionelle Märkte verlieren ein Drittel der Kundschaft
Südkoreas traditionelle Märkte verloren binnen fünf Jahren rund 31 Prozent ihrer Laufkundschaft, meldet Sedaily.com unter Berufung auf Statistics Korea. Seit 2012 sollen Pflichtschließtage für SB-Warenhäuser – große Vollsortimenter wie Emart – die kleinen Märkte schützen. Eine Studie des Forschungsinstituts KDI zeige nun das Gegenteil: An Schließtagen wichen Kunden nicht auf die kleineren Märkte aus, sondern bestellten online. Unter den großen Einzelhändlern halte der E-Commerce inzwischen einen Anteil von 60,3 Prozent, die SB-Warenhäuser hingegen nur 7,9 Prozent.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Prospekt, Youtube, Tiktok: Kunden mischen ihre Kanäle selbst
Gedruckte und digitale Prospekte bleiben die wichtigsten Wegweiser in der Angebotskommunikation, zeigt die EHI-Studie „Atlas der Kanalrelevanz 2026“. Digitale Prospekte hielten 60,3 Prozent der Befragten für relevant, gedruckte 55,4 Prozent, und das quer durch alle Generationen. Youtube erreiche bei der ersten Produktorientierung 40,6 Prozent, bei Trendkäufern sogar 65,4 Prozent. Tiktok punkte vor allem bei der Generation Z (50,9 Prozent), aber nicht bei Babyboomern (26,3 Prozent). Entscheidend sei vor allem das Zusammenspiel, denn Kunden reihten Kanäle zu individuellen Informationsrouten aneinander.
Mehr als die Hälfte der Gen Z, oft als „Online-Generation“ bezeichnet, zieht in Wirklichkeit den Ladenbesuch dem Online-Kauf vor, zitiert Fashionunited.com eine Snapchat-Studie. Sie suchten Erlebnis und gemeinsame Momente statt bloßen Besitz. 83 Prozent schickten Produktfotos vorab an Freunde, 75 Prozent wollten Ware „real sehen und anfassen“ und 59 Prozent shoppten manchmal nur, um Zeit mit Freunden zu verbringen. 61 Prozent sagten, sie wären für Wunsch-Artikel auch bereit, über 15 Minuten in der Schlange zu warten.
Shopware baut eigene Agenten-Infrastruktur
Künftig sollen KI-Agenten über das „Model Context Protocol“ auf sämtliche Shopware-Funktionen zugreifen können, berichtet T3N.de. Vier Produkte flankierten die Strategie: „Nexus“ bündle ERP-, CRM- und PIM-Daten, „Copilot“ führe mit menschlicher Freigabe eigenständig Aktionen aus. „Payments“ setze auf Paypal und starte vorerst in Deutschland und Österreich. Das „Experience Studio“, momentan noch eine Forschungsvorschau, lasse Händler komplette Shop-Frontends per Prompt erzeugen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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