Das Ende der neuen E-Consulting-Integratoren?

Das Ende der neuen E-Consulting-Integratoren?

E-Commerce-Integratoren sind Berater, die meist aus dem Bereich des Web-Design hervorgegangen sind, und sich neuerlich durch Zukäufe bzw. den Aufbau eigener Kompetenzen als "One-Stop-Shop-Anbieter" für die gesamten E-Commerce-Beratungs- dienstleistungen positionieren möchten.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Die schwedische Internet-Agentur Framfab wies im dritten Quartal trotz eines großen Umsatzwachstums einen Nettoverlust von 17,6 Millionen Euro aus. Darauf trennte sich Framfab von CEO Jonas Birgersson und 340 Mitarbeitern am Heimatstandort in Schweden. Die Gründe für die Schwierigkeiten der einstigen Börsenlieblinge liegen auf der Hand:

Die Expansionsstrategie ist kostenintensiv

Viele neue E-Consulting-Firmen wie Kabel New Media und Framfab betreiben sowohl regional als auch im Bezug auf das Dienstleistungsangebot eine aggressive Akquisitionsstrategie. Mit der Akquisition von IT-Consulting-Firmen in verschiedenen Ländern einerseits sowie dem Kauf von CRM-Software-Herstellern und Full-Service-Agenturen anderseits möchten sich neue Internet-Agenturen als überregionale One-Stop-Shop-Anbieter positionieren. Das Erreichen dieses strategischen Ziels erfordert einen langen Atem und großen Kapitalaufwand, was z.B. auch die neuste Bilanz der Kabel New Media beweist

Das Marktwachstum verlangsamt sich

Zahlreiche Internet-Start-Ups mussten in den vergangenen Monaten ihre Pläne zurückschrauben. Das Risikokapital von Wagnis-Kapitalgesellschaften fließt derzeit wesentlich spärlicher in neue Unternehmen als letztes Jahr. Rentabilitätsprobleme und die zahlreichen Pleiten von Start-Ups führen zur Abnahme des Wettbewerbsdrucks auf Old-Economy-Unternehmen. Daher können die Branchenriesen, besonders im Business-to-Consumer-Bereich, jetzt ihre Entscheidungen für Web-Investitionen überlegter und ohne Zeitdruck treffen. Dies drosselt zusätzlich das Marktwachstum für Internet-Agenturen.

Großunternehmen wollen Spezialisten

Die Forit-Studie "Die Zukunft des E-Consulting" zeigt, dass Schwergewichte der Old-Economy bei der Vergabe von Beratungsaufträgen im E-Commerce spezialisierte Beratungsgesellschaften bevorzugen. Die befragten Einkaufsentscheider bei großen deutschen Unternehmen stehen dem One-Stop-Shop-Konzept skeptisch gegenüber. Sie vergeben IT-Consulting-Aufträge am liebsten an die besten Markteilnehmer im jeweiligen Segment der Wertschöpfungskette. Was bedeutet diese Entwicklung für die neuen Internet-Agenturen? Anstatt sich durch diversifizierte Akquisitionen von kleineren Internet-Dienstleistern als One-Stop-Shop für alle Kundengruppen zu positionieren, sollten sich diese Agenturen auf ein Geschäftsfeld spezialisieren. Die Vertiefung einer Kernkompetenz durch Akquisition im gleichen Segment tätiger Marktteilnehmer führt dazu, dass sich üppige und profitable Aufträge von Großkunden leichter gewinnen lassen. Umsatzwachstum und breites Dienstleistungsspektrum sind nicht alles, vielmehr werden einzig und allein erwirtschaftete Gewinne von Investoren honoriert. (DS)


KONTAKT:

Christian Nolterieke
Tel. 069-4308910
E-Mail: CNolterieke@forrester.com

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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