Das große Geschäft mit dem Oktoberfest

Das große Geschäft mit dem Oktoberfest

Egal, wie teuer die Maß Bier auch ist - die Menschen strömen aufs Oktoberfest. Deswegen ist das Spektakel auf der Münchner Theresienwiese ein enormer Wirtschaftsfaktor - auch für den Einzelhandel.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Für die bayerische Landeshauptstadt selbst ist das Oktoberfest ohnehin schon lange ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Rund 1,1 Milliarden Euro brachten die 6,4 Millionen Wiesn-Besucher im vergangenen Jahr ein. Nur gut ein Drittel davon, nämlich 435 Millionen Euro, gaben sie für Fahrgeschäfte, Bier, Hendl und Bratwürste direkt auf dem Fest aus.

Der Hauptanteil dagegen kam dem Einzelhandel, der Hotellerie und Gastronomie sowie den Transportunternehmen zugute. So ließen sich die auswärtigen Festgäste im vergangenen Jahr alleine die Übernachtungen in München und Umgebung rund 400 Millionen Euro kosten.

9,85 Euro für eine Maß Bier

In diesem Jahr könnten die Einnahmen noch etwas zulegen, zumal die Bierpreise mit 9,40 bis 9,85 je Maß wieder etwas steigen. Weit wichtiger für den Umsatz ist aber das Wetter: Wenn die Sonne scheint, strömen die Massen schon morgens in die Bierzelte und sonstigen Gastro-Betriebe auf der Theresienwiese, um einen der 114.000 Sitzplätze zu ergattern.

Weit höher als die Erlöse an den 16 Festtagen sei aber ohnehin der weltweite Marketing-Effekt für München einzuschätzen, sagt ein Sprecher des Münchner Referats für Arbeit und Wirtschaft. "Das ist ein Standortfaktor, den man woanders nicht so leicht findet."

13.000 Arbeitsplätze auf der Theresienwiese

Der Wiesn-Boom kommt auch Menschen auf Jobsuche zugute: Rund 13.000 Arbeitsplätze gibt es auf dem Oktoberfest. Brauereien, Schausteller und andere Gewerbetreibende beschäftigen etwa 8.000 Mitarbeiter fest, die übrigen 5.000 finden als Saison-Arbeiter befristet einen Job. Das Fest ist beispielsweise für die zahlreichen Kellnerinnen schon angesichts der hohen Trinkgelder sehr lukrativ.

Aber auch findige Geschäftsleute nutzen das Oktoberfest als Einnahmequelle. Von der privaten Internet-Jobbörse bis hin zum Shuttleservice mit Stretch-Limousine finden Wiesn-Fans die unterschiedlichsten Angebote im Internet. Ganz zu schweigen von den zahlreichen Versandhändlern, die Trachtenmode bekannter Marken ebenso im Sortiment haben wie Taschen und Schmuck im Wiesn-Look sowie Plüschtiere, Spiele und Lebkuchenherzen mit Wunsch-Beschriftung.
Sogar Babyschnuller mit dem typisch weiß-blauen Rautenmuster gibt es zu Kaufen.

Tausende Kopien weltweit

Umsatzzahlen zu solchen Oktoberfest-Accessoires sind zwar bisher nicht erfasst, doch verstärkt sich der Trend seit etwa zehn Jahren, sagt ein Sprecher des Handelsverbandes Bayern. Vor allem seitdem junge Leute das Oktoberfest entdeckt hätten, kenne die Begeisterung kaum Grenzen.

Und die endet auch nicht vor den Toren Münchens. Das Oktoberfest, das auf die Hochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern im Jahr 1810 zurückgeht, hat fast überall Anhänger. Ein knappes Fünftel der Gäste reiste zuletzt aus dem Ausland an, vor allem aus Italien, den USA, England und Australien, aber auch aus Kanada und Neuseeland. Wer sich das nicht leisten kann oder während der echten Wiesn vom 21. September bis 6. Oktober verhindert ist, muss selbst in entlegenen Gegenden auf die bayerische Riesenparty nicht verzichten: Mehr als 2.000 Oktoberfest-Kopien gibt es weltweit, von Hawaii bis in die Antarktis - Tendenz steigend.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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