Den Politikern aufs Dach steigen

Den Politikern aufs Dach steigen

Die elektronische Demokratie scheint nicht so richtig in die Gänge zu kommen. Dieser Meinung sind zumindest die Betreiber des "Tower of Power".

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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Seit neun Monaten bewohnen Menschen aus ganz Deutschland den Tower of Power. Nach Angaben von Metropolis haben sich inzwischen mehr als 8.800 Bürgerinnen und Bürger über dem Plenarsaal und den Schreibtischen der Bundestagsabgeordneten ein virtuelles Zimmer eingerichtet, in dem sie ihre persönliche Haltung zur Demokratie und ihre Erwartungen an die Politiker, aber auch Wünsche an ihre Nachbarn, kundtun können. Alle 669 Abgeordnete sind direkt aus dem Wolkenkratzer der Demokratie per E-Mail erreichbar.

Hack hatte im Oktober 2000 unter Beteiligung einiger Bundestagsabgeordneter verschiedener Fraktionen mit der Internet-Gemeinde Metropolis und deren knapp 1,3 Mio. registrierten Mitgliedern das virtuelle Hochhaus über dem Parlament eröffnet. Den Politikern will er damit anbieten, auch im Cyberspace Bürgernähe zu erleben und die neuen Möglichkeiten des Informationszeitalters im Sinne der Demokratie auszuprobieren. Hack: "Auch und gerade auf der Datenautobahn muss gelten: Wir sind das Volk." Bislang müssten die engagierten Bürger des virtuellen Hochhauses allerdings feststellen, dass die Abgeordneten entgegen ihren Ankündigungen in puncto Bürgernähe den elektronischen Kontakt zu ihrem Souverän eher meiden.

Hack hatte alle 669 Abgeordneten per E-Mail eingeladen, sich mit den Bürgern in den Foren und Online Chats zu unterhalten. "Bis auf Antworten von Rita Süßmuth, Rainer Eppelmann, Cem Özdemir, Grietje Bettin und einigen jungen Nachwuchspolitikern habe ich überhaupt keine Reaktionen erhalten. Mit dem neuen Briefformular allein können wir keine Besserung seitens der Politiker erwarten," schätzt Hack die Lage ein, "allerdings mögen viele Mandatsträger in Anbetracht des bevorstehenden Wahljahres ins Grübeln geraten, wenn sie auf einmal häufiger elektronische Post von ihren politischen Auftraggebern erhalten. Auf Dauer werden sie sich den Anfragen nicht entziehen können. Es wäre schlimm, wenn die elektronische Demokratie nicht aus dieser Einbahnstraße herauskäme." (ST)


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Tel. 07071-8806100
Fax 07071-880611
E-Mail: info@metropolis-ag.de
Internet: www.metropolis-ag.de

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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