Der Deutsche mag den Osterhasen am liebsten klassisch

Der Deutsche mag den Osterhasen am liebsten klassisch

Gut 200 Millionen Schokohasen werden weltweit zum Osterfest verkauft. Die Versionen werden immer ausgefallener, nur in Deutschland kommt sowas nicht an. Die Hersteller wiederum haben ein Problem mit den Rohstoffpreisen.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
3 Min.· Aktualisiert am
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In den vier Wochen vor dem Fest werden nach Angaben des Handelsverbandes Sweets Global Network Süßwaren im Wert von fast einer Milliarde Euro verkauft - dabei entfallen gut 400 Millionen Euro auf Osterartikel. Allzu eilig haben es viele Kunden mit ihren Einkäufen aber nicht.

Das Wetter hat Herstellern und Handel beim Ostergeschäft in den vergangenen Wochen in die Hände gespielt: Je kühler die Temperaturen, desto größer der Appetit auf Süßwaren. "Das Saisongeschäft wird kaum von schwankenden Verbraucherstimmungen beherrscht, sondern zunehmend von klimatischen Bedingungen", erklärt Verbandsvorstandschef Hans Strohmaier.

Der Deutsche mag die Nostalgie

Allerdings ist die Verkaufssaison in diesem Jahr wegen des frühen Ostertermins kürzer als sonst. Der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) rechnet deshalb mit rund 200 Millionen verkauften Schoko-Osterhasen weltweit - etwas weniger als im Vorjahr. Mehr als 40 Prozent der Figuren gehen ins Ausland: vor allem in Länder Europas, aber auch in die USA und nach Australien.

In Deutschland mögen die Verbraucher die Schoko-Hasen noch immer am liebsten ganz klassisch und ohne Firlefanz. Gerade nostalgische Figuren sind nach Angaben des Süßwarenhandelsverbandes hoch im Kurs.

Hoher Kakaopreis

Große Gewinnsprünge können die deutschen Produzenten jedoch kaum noch machen. Der Schokoladen-Verzehr ist seit Jahren stabil. 2015 lag er nach Angaben des BDSI bei rund 9,5 Kilogramm pro Person und Jahr - das entspricht etwa 95 Tafeln Schokolade.

Zudem bringen teure Rohstoffe die Firmen unter Druck. "Insbesondere der hohe Kakaopreis belastet die Ertragslage der Süßwarenhersteller", sagt Torben Erbrath vom BDSI. Im Schnitt kostete die Tonne Kakao im vergangenen Jahr 2.800 Euro - doppelt so viel wie noch im Jahr 2007.

In der Woche vor dem Fest wird am meisten verkauft

"Das ist natürlich ein Problem für die Hersteller", sagt Thomas Seeger vom Schokoladenhersteller Ritter Sport. Das Familienunternehmen setzt auf den Bau einer eigenen Kakaoplantage in Nicaragua, wo 2017 erstmals geerntet werden soll. Vom kommenden Jahrzehnt an sollen die Erträge so hoch sein, dass etwa ein Drittel des Bedarfs der Firma an Kakao gedeckt werden kann.

Die meisten Osterhasen und Schokoladen-Eier werden erst in der Woche vor dem Fest gekauft, stellte das Marktforschungsinstitut Nielsen fest. "Die Osterwoche ist die Rekord-Woche für den Verkauf für Ostersüßigkeiten und beflügelt gleichzeitig auch den Verkauf aller anderen Süßwaren", sagt Süßwaren-Experte Michael Griess.

Durchschnittlich geben die Deutschen laut den Daten der Marktforscher
5,65 Euro pro Kopf für Ostersachen vom Schokohasen bis zum Marzipanei aus. Insgesamt summierte sich das 2015 auf 452 Millionen Euro. Favorit unter den Süßigkeiten ist das Osterei - egal ob aus Schokolade oder Marzipan -, dicht gefolgt vom Schoko-Osterhasen.

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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