
Der Handel und das liebe Geld
Der Einzelhandel klagt traditionell über schlechte Finanzierungsmöglichkeiten. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich das Klima in der Branche verbessert hat – der Kreditzugang dennoch weiterhin schwierig ist.
Banken fordern mehr Sicherheiten
Trotz gestiegener Eigenfinanzierungskraft seien Bankkredite quer durch alle Branchen nach wie vor eine wichtige Finanzierungsquelle: 58 Prozent aller befragten Unternehmen haben laut KfW im vergangenen Jahr Kreditverhandlungen geführt.
Dabei ist auffällig, dass knapp 80 Prozent aller befragten Unternehmen angaben, dass der Kreditzugang im Vergleich zu früher erschwert wird. Begründet wird diese Entwicklung mit dem gestiegenen Informationsbedarf der Kreditinstitute. Die kreditsuchenden Firmen müssen unter anderem detaillierter die Vorhaben dokumentieren, Geschäftszahlen offenlegen. Vor allem kleine Unternehmen mit bis zu 1 Million Euro Umsatz und junge Firmen, die weniger als sechs Jahre alt sind, klagen über gestiegene Schwierigkeiten beim Kreditzugang.
Der Kreditzugang unterscheide sich auch je nach Finanzierungsanlass, so ein weiteres Ergebnis der Studie: Investitionskredite für Immobilien, Übernahmen oder Anlagen würden eher bewilligt, Digitalisierungsvorhaben rangierten im Mittelfeld. Am schwierigsten sei es, einen Kredit für die Finanzierung etwa von Warenlagern, Betriebsmitteln und immateriellen Vermögenswerten zu bekommen.
Grundstücke und Gebäude beliebt bei Banken
Zudem verlangten die Finanzinstitute höhere Sicherheiten. Im Einzelhandel seien vor allem Grundstücke und Gebäude Gegenstand von Kreditverhandlungen, gaben laut KfW 41,8 Prozent der befragten Branchenmitglieder aus dem Einzelhandel an.
An der Befragung nahmen Unternehmen aller Größenklassen und aus allen Wirtschaftszweigen teil, sie fand im ersten Quartal 2016 statt.
Redakteurin
Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de
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