
Der Jugendwahn hat ein Ende
97 Prozent des Konsumzuwachses in deutschen Städten werden bis 2030 durch höheren Pro-Kopf-Verbrauch getrieben. Vor allem ältere Verbraucher geben mehr Geld aus.
"Glorifizierung der Jugend im Marketing ist vorbei"
"Die Verbraucher über 60 Jahre werden 80 Prozent des Konsumwachstums in Deutschland treiben", sagt Jesko Perrey, weltweiter Leiter der Marketingberatung bei McKinsey. "Unternehmen müssen ihre Produkte, Dienstleistungen und ihr Marketing auf das Segment 60 Plus ausrichten. Die simple Glorifizierung der Jugend im Marketing ist vorbei."
Künftig werden seiner Meinung nach Dienstleistungen und Lifestyle-Angebote eine größere Rolle spielen. Dazu zählten Restaurant- und Hotelbesuche, aber auch Ausgaben für Gesundheit, Bildung, Kultur und Erholung. Ein Drittel des Konsumwachstums der 60 Plus-Verbraucher in Industriestaaten werde aus Ausgaben für Gesundheitsleistungen stammen, so Perrey. In Deutschland wird die Gesundheit demnach mit 26 Prozent am meisten zum Konsumwachstum der Zielgruppe über 60 Jahre beitragen.
Fünf Regionen mit Konsumwachstum
Die urbane Bevölkerung in Deutschland hat ein höheres Durchschnittsalter als die von Frankreich, Spanien und Großbritannien. Nur in Italien und Japan ist sie noch älter. Der Altersdurchschnitt in deutschen Städten wird sich unterschiedlich entwickeln, prognostizieren die Berater: 41 Prozent der Bevölkerung in Chemnitz werden 2025 über 60 Jahre sein; in München, Hamburg
und Berlin hingegen nur 30 Prozent.
"Konsumwachstum wird sich auf wenige Städte und Regionen wie Rhein-Ruhr, München, Rhein-Main, Berlin und Hamburg konzentrieren", heißt es in der Studie. "Allein das Rhein-Ruhr-Gebiet wird 2030 einen Umsatz von rund 400 Milliarden Euro mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 1,5 Prozent haben".
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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