
Der nächste Trend kommt bestimmt: Web Conferencing
In den USA boomt er schon, in Europa ist er langsam im Kommen: der Markt für Web Conferencing. Davon geht die Unternehmensberatung Frost & Sullivan aus.
Björn BöerChefredakteurInsbesondere durch das Engagement US-amerikanischer Player soll die Entwicklung im Europamarkt vorangetrieben werden. Dass Europa bislang noch hinter dem US-amerikanischen Markt hinterher hinkt, hat laut Melville Wallace, Analyst bei Frost & Sullivan, vor allem mit dem niedrigen Bekanntheitsgrad der Web Conferencing-Technologie zu tun. Darin besteht seiner Ansicht nach auch die größte Herausforderung für die Anbieter: Die Kunden müssten umfassend über Funktionalität und potenzielle Vorteile der Technik sowie über die relevante Terminologie aufgeklärt werden.
Zwei Formen von Web Conferencing gibt es derzeit: "Presentation" und "Collaboration". Bei der Variante Presentation übermittelt ein Vortragender in Echtzeit Daten und Informationen an eine Vielzahl von Teilnehmern, häufig mithilfe von PowerPoint-Darstellungen. Mittels interaktiver Techniken wie Text- oder Sprachchat können Fragen an den Vortragenden übermittelt werden. Unter Collaboration versteht man die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, ebenfalls in Echtzeit. Diese Konferenzart ist in der Zahl der Teilnehmer allerdings beschränkter als die reine Präsentation.
Laut Studie geht der Löwenanteil des Umsatzes im Europamarkt für Web Conferencing bislang auf das Konto des Presentation-Sektors. Frost & Sullivan schreiben diese Dominanz den substanziellen Kosteneinsparungen zu, die sich mit dieser Technik erzielen lassen. Die Collaboration-Form sei weniger bekannt. Doch auch dieser Sektor werde an Volumen zulegen, wenn sich Collaboration als effizientes Hilfsmittel zum Einsatz bei alltäglichen Arbeitstreffen erweist. Von Collaboration erhofft man sich unter anderem die Möglichkeit des Applikations-Sharing.
Allerdings ist die Nachfrage in Europa nicht ganz homogen: In Frankreich und den Mittelmeer-Ländern beispielsweise ist das Interesse am kollaborativen Bereich vergleichsweise gering, denn hier hat vor allem in kleineren Meetings der persönliche Kontakt einen recht hohen Stellenwert. Solche kulturellen Unterschiede verhinderten letztlich die volle Entfaltung dieses Sektors, so die Überzeugung von Frost & Sullivan. Damit würde Europa bis 2007 nur 63% des prognostizierten US-Marktwerts erreichen. (ST)
KONTAKT:
Frost & Sullivan
Klemensstraße 9
60487 Frankfurt am Main
Tel. 069-7703311
Fax 069-234566
Internet: www.frost.com

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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