Der Pleitegeier kommt zurück

Der Pleitegeier kommt zurück

Die Insolvenzen in Deutschland waren auf einem Rekordtief, jetzt zeichnet sich eine Trendwende ab. Die Zahlungsmoral ist gut, dennoch steigen die Zahlungsausfälle. Besonders betroffen ist eine Handelsbranche.

MSMarion SchalkRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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"Die Jahre des steten Rückgangs sind vorbei", sagt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. "Der Erholungszyklus nach der Wirtschaftskrise ist beendet, jetzt ist wieder alles auf Null, das Spiel beginnt wieder von vorn."

"Firmen zahlen also schneller - oder gar nicht"

Die Zahlungsmoral sei gut, so die Experten von Euler Hermes. "Deutsche Unternehmen gehören traditionell zu den Schnellzahlern", erklärt Ron van het Hof, Geschäftsführer von Euler Hermes in Deutschland. Durchschnittlich 56 Tage dauere es, bis börsennotierte deutsche Firmen ihre Rechnungen begleichen würden, "das ist elf Tage schneller als der weltweite Durchschnitt." Das Niedrigzinsumfeld trage dazu bei, dass die Firmen sogar noch schneller als im Vorjahr bezahlten.

Die Zahlungsmoral steige infolge der hohen Eigenkapitalreserven, beobachtet Euler Hermes. Zahlungsverzögerungen seien ebenfalls rückläufig. "Ausschlaggebend ist aber, dass die Zahlungsausfälle bereits im vergangenen Jahr trotzdem um 3 Prozent angestiegen sind", sagt van het Hof. "Firmen zahlen also schneller - oder eben gar nicht."

Textilbranche besonders betroffen

Insbesondere eine Branche trifft es dabei besonders: "Besonders stark ist zuletzt das Risiko in der deutschen Textilbranche gestiegen", sagt van het Hof. Erst im Mai hatte der Herrenausstatter Pohland Insolvenz angemeldet, im März der Steilmann Konzern.

Der Handels- und der Dienstleistungssektor sowie die Baubranche verzeichneten laut Euler Hermes absolut gesehen die höchste Anzahl an Pleiten unter allen Branchen.

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Geschrieben vonMarion Schalk

Redakteurin

Marion Schalk, 37, ist Redakteurin bei Der Handel und etailment.de. Sie schreibt hauptsächlich über den Handel und das liebe Geld: Finanzierung, Payment, Geldanlage, Investionen, Unternehmensnachfolge. Regelmäßig berichtet sie auch über große und kleine Handelsunternehmen und deren Weg in die digitale Zukunft. Als leidenschaftliche Online-Shopperin kennt sie die kleinen und großen Fallstricke von Multi- oder Omnichannel-Konzepten - und weiß um den wichtigsten Aspekt: Der Kunde! Marion Schalk kam von WSJ.de: als Mitglied des Gründungsteams das digitale Wall Street Journal Deutschland auf den Weg gebracht. Davor war sie Redakteurin in der Wirtschaftsredaktion von T-Online, in den Anfangsjahren ihres Berufslebens arbeitete sie als PR-Beraterin bei Publicis und in der Pressestelle von T-Online International. Sie studierte Politikwissenschaft und Germanistik und schloss ihr Master Degree mit Auszeichnung ab. Sie finden die Autorin bei Twitter unter dem Namen @mschlk, bei LinkedIn und Xing. Telefon Nr. +069 7595 1695 E-Mail: schalk@derhandel.de

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