
Deutsche sparen beim Weinkauf
Sinkende Weinumsätze bei stabilem Absatz: Die Verbraucher griffen 2010 verstärkt bei Sonderangeboten in Supermarkt und Discounter zu. Einheimische Tropfen, die im Schnitt höhere Preise erzielen, entwickelten sich deshalb sogar schwächer als der Gesamtmarkt.
Einheimische Erzeuger bleiben Marktführer
Aufgrund ihrer Preisstabilität haben sich die Weine aus den deutschen Anbaugebieten 2010 schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. Sie gaben im Absatz um 5 Prozent und im Umsatz um 5,7 Prozent nach. Dies ist vor allem auf Verluste im Preiseinstiegssegment des Lebensmittelhandels zurückzuführen, in dem die deutschen Anbieter Marktanteile an Italien und Spanien abgegeben haben.
Die deutschen Erzeuger positionieren sich seit Jahren stärker im Mittelpreissegment. „Die Rückgänge in den unteren Preisklassen konnten im vergangenen Jahr allerdings nicht mit dem Weinabsatz in den mittleren und oberen Preisklassen kompensiert werden", so Reule.
Mit einem Anteil von 46 Prozent an den hierzulande verkauften Weinmengen und 52 Prozent am gesamten Umsatz mit Wein waren die deutschen Anbieter 2010 trotz eines Rückgangs von jeweils zwei Prozentpunkten weiterhin mit großem Abstand Marktführer im eigenen Land.
Rosé immer beliebter
Weine aus Italien blieben mit einem Umsatzanteil von dreizehn Prozent konstant, französische Weine gaben um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent Marktanteil nach und die spanischen Weine kommen nach einem Plus von zwei Prozentpunkten auf einen Anteil von acht Prozent am Weinumsatz in Deutschland.
Roséweine konnten sich dem schwachen Absatztrend 2010 entziehen und legten erneut zu - um stolze 6,5 Prozent. Damit setzt sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort: Rosé, dessen Anhänger lange Zeit als "ahnungslos" belächelt wurden, hat in Deutschland inzwischen einen Marktanteil von 9,6 Prozent erreicht.
Weißweine und Rotweine verzeichneten dagegen ein Absatzminus von 1,7 Prozent beziehungsweise 1,3 Prozent. Der Rotweinanteil am gesamten Weinkonsum in Deutschland belief sich 2010 auf 51 Prozent, der Weißweinanteil auf 39,4 Prozent.
Redakteurin
Ulrike Sanz Grossón schreibt seit 2017 auf etailment.de über die digitalen Konzepte großer und kleinerer Einzelhandelsunternehmen. Die studierte Germanistin und Amerikanistin war journalistisch zunächst als freie Mitarbeiterin in der Lokalredaktion der "Taunus-Zeitung" (Frankfurter Neue Presse) und bei "Horizont" tätig. Es folgte das Volontariat bei der "Lebensmittel Zeitung". Seit 2003 schreibt sie als Redakteurin für verschiedene Publikationen des Deutschen Fachverlags.
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