Deutschland hat 1.700 Baumärkte mehr als im Jahr 1982

Deutschland hat 1.700 Baumärkte mehr als im Jahr 1982

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es 2012 wieder weniger Baumärkte und mehr Verkaufsfläche. Doch im 30-Jahres-Vergeich der Gemaba-Strukturanalyse zeigt sich, wie fundamental sich die Branche geändert hat.

SRSybille RoemerRedakteurin
4 Min.· Aktualisiert am
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Demnach verfügten zu Beginn dieses Jahres 2.381 Baumärkte in Deutschland über eine so genannte gewichtete Verkaufsfläche – also die Innen- und Außenverkaufsfläche zusammengenommen, prozentual unterschiedlich gewichtet – von gut 14,1 Millionen Quadratmetern. Davon entfallen 95 Prozent auf die zwölf größten Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr habe sich der erzielte Umsatz pro Quadratmeter leicht erhöht.

Durchschnittlich knapp 7.000 Quadratmeter Verkaufsfläche

Der typische deutsche Baumarkt des Jahres 2012 verfügt demnach über eine Innen-Verkaufsfläche von rund 5.360 Quadratmetern, wovon etwa 1.200 Quadratmeter zur Präsentation von Pflanzen und typischen Gartensortimenten genutzt werden.

Zusätzlich hat der Durchschnitts-Markt eine teilüberdachte Freifläche von 1.620 Quadratmeter, so dass sich eine Gesamtverkaufsfläche von rund 6.980 Quadratmetern ergibt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren ging die Zahl der Baumärkte auch 2011 noch einmal leicht um 9 Märkte zurück. Dem stehe allerdings ein Flächenwachstum von 0,5 Prozent gegenüber.

Während der Branchenumsatz aller Baumärkte 2010 bei rund 18,4 Milliarden Euro lag, geht die Gemaba für 2011 von einem im Vergleich zur Fläche leicht überproportionalen Wachstum aus. Die genauen Umsatzzahlen des vergangenen Jahres werden vom Branchenverband BHB allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.

Baumärkte im 30-Jahres-Vergleich

Da die Strukturanalyse zum 30. Mal erstellt wurde, ist nun auch eine Langzeitbetrachtung möglich. Im 30-Jahre-Vergleich stieg die Zahl der Baumärkte demnach von 720 auf 2.381 – ein Plus von 230 Prozent.

Die gewichtete Verkaufsfläche hat sich demgegenüber mehr als verzehnfacht und der typische deutsche Baumarkt ist aktuell gut 3,5 mal so groß wie 1982.

Der Branchenumsatz betrug vor 30 Jahren unterdessen rund 2,0 Milliarden Euro. Heute liegt er mit 18,5 Milliarden Euro gut 9 mal so hoch wie zum Zeitpunkt der ersten gemaba-Untersuchung.

Der Umsatz je Einwohner stieg in 30 Jahren von 35 auf 225 Euro; allerdings sei hierbei zu berücksichtigen, dass sich die gewichtete Verkaufsfläche je 10.000 Einwohner zwischenzeitlich von 215 Quadratmeter auf 1.730 Quadratmeter verachtfacht habe.

Während der typische Baumarkt des Jahres 1982 einen Umsatz von etwa 2,8 Millionen Euro erzielte, liegt der aktuelle Wert der Analyse zufolge bei rund 7,8 Millionen Euro. In der Gesamtentwicklung ist die Flächenproduktivität in den vergangenen 30 Jahren von 1.520 Euro auf rund 1.310 Euro je Quadratmeter gewichtete Verkaufsfläche gesunken.

Gewinnersortiment Gartenbedarf

Die 1982 ermittelten Umsatzanteile nach Warengruppen liegen nur in einer relativ groben Einteilung vor. Zusammengefasst haben aber die Sortimente Eisenwaren und Werkzeuge sowie Elektro und Sanitär ihre damalige Bedeutung weitgehend behalten. Der Umsatzanteil für Baustoffe und Fliesen ist hingegen um fast ein Drittel zurückgegangen.

Noch deutlicher sind in der 30-Jahres-Betrachtung die Verluste im Bereich Malerbedarf, Innendeko, Bauelemente und Holz. Pflanzen und Gartenbedarf haben ihren Umsatzanteil hingegen in diesem Zeitraum fast verdoppelt.

"Aktuell sind es - sieht man von wenigen nicht organisierten Einzelkämpfern ab - insgesamt noch gut 20 Unternehmen und Gruppierungen, die den Gesamtmarkt im Wesentlichen unter sich aufteilen", heißt es in der Studie.

Verschwundende Baumarkt-Betreiber

1982 habe die damalige gemaba-Unternehmensdarstellung noch rund 30 Unternehmen umfasst, von denen die Baumarktbetreiber Bauhaus, BayWa, co op (jetzt nur noch Kiel), Extra, Globus / Hela, Hellweg, Hornbach, Knauber, Max Bahr, Obi, Praktiker, Toom (damals von der RHG Leibbrand) sowie die Verbundgruppen hagebau und Eurobaustoff als Mobau und Interpares auch heute noch im Markt vertreten seien.

Verschwunden aus dem damaligen "Who is Who" der Branche seien hingegen Handelsunternehmen wie BLV, Bräutigam, Famka, FHC Familien-Hobby-Center, Magnet-Wohnbaumarkt, Marktkauf, Massa, Raab Karcher, Selbstbaumarkt, Schmolla, Stinnes, Trotz, SuperBau der VA Oberhausen, Wickes, Wirichs oder Ziegenhagen.

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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