Die Kreditkarte wird sechzig

Die Kreditkarte wird sechzig

1949 bekam das Bargeld Konkurrenz: Ein New Yorker Geschäftsmann hatte die Idee, dass man in Restaurants anschreiben lassen kann. Heraus kam die "Diners Card".

SRSybille RoemerRedakteurin
2 Min.· Aktualisiert am
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Nie wieder, so schwört er sich, will er einer solch peinlichen Situation ausgesetzt sein und erfindet die erste Kreditkarte der Welt: ein braunes Stück Pappe, das seinen Inhaber dazu berechtigt, in gewissen Restaurants in New York anschreiben zu lassen. Er nennt die Karte daher recht passend „Diners Club Card“.

PR-Geschichte soll Plastikgeld verkaufen helfen

Den Leihhändler Frank McNamara gab es wirklich, genau so wie das Speiserestaurant und das Geburtsdatum des unbaren Zahlungsmittels. Doch „erfunden“ hat McNamara die Kreditkarte ganz schnöde an seinem Schreibtisch - und beauftragte dann einen gewissen Matty Simmons – der später in Hollywood Filmkomödien produzierte – damit, eine hübsche PR-Geschichte zu erfinden.

Anfang 1950 gab McNamara die erste Kreditkarte für 27 Restaurants aus. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten – im ersten Jahr traten gerade mal 200 Mitglieder dem Club bei – brachte der Beitritt des Millionärs Alfred Bloomingdale im Jahre 1952 den Durchbruch: Sein Kaufhaus lockte neue Mitglieder und Akzeptanzstellen.

Zugpferd Kaufhaus Bloomingdale's

Bald akzeptierten nicht nur Hunderte von Restaurants in den ganzen USA Diners, sondern auch Nachtclubs, Hotels und immer öfter auch Einzelhändler, die dem Beispiel des New Yorker Kaufhauses Bloomingdale's nicht nachstehen wollten. Ende 1952 verbuchte die Kreditkartenfirma satte sechs Millionen Dollar Jahresumsatz; noch im gleichen Jahr verkaufte McNamara seinen Anteil an Bloomingdale und setzte sich zur Ruhe.

Neun Jahre nach der Gründung des Diners Club wurde die Karte auch in Deutschland eingeführt. 1958 war die Diners Club Karte somit hier zu Lande die erste Kreditkarte.

In Deutschland gab es laut EHI Retail Institute Anfang vergangenen Jahres knapp 25 Millionen Kreditkartenbesitzer. Der Umsatz mit der Kreditkarte im Einzelhandel dümpelt mit gut fünf Prozent noch eher vor sich hin. Grundsätzlich sollen bis 2010 jedoch rund 40 Prozent der Zahlungen am Point-of-Sale unbar erfolgen.  

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SR
Geschrieben vonSybille Roemer

Redakteurin

Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.

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