"Die Marke Karstadt wird sich fragmentieren"

"Die Marke Karstadt wird sich fragmentieren"

Karstadt gilt durch den Einstieg von Berggruen als gerettet. Doch welche Perspektiven hat das Handelskonzept Warenhaus überhaupt noch? Darüber sprach derhandel.de mit dem Zukunftsforscher Matthias Horx.

2 Min.· Aktualisiert am
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Wie müssten sich die Warenhäuser denn positionieren, um wieder wettbewerbsfähig zu sein?
Das Konzept wurde in eine evolutionäre Enge getrieben, die Sortimente sind heute einfach zu komplex. Es gibt nur wenige Beispiele für eine echte Renaissance des Vielfachanbieters wie das Selfridges-Kaufhaus in Birmingham oder das "Kaufhaus der Sinne" von Ludwig Beck in München. Dort wird durch Selektion im gehobenen Segment ein attraktives und zugleich spannendes Angebot geschaffen und damit ein "Konsum des Staunens" ermöglicht.

Wäre so ein Weg nicht auch für Karstadt denkbar?
Das Problem ist die Logistik und die Ausdifferenzierung des Sortiments auf regionale Märkte. Es gäbe tausend interessante Ansätze und Möglichkeiten, etwa eine Konzentration auf den Sport- und Leisure-Bereich oder eine Spezialisierung auf den Einrichtungssektor. Ich bin überzeugt, dass sich die Marke "Karstadt" fragmentieren wird. Die Häuser werden sich spezialisieren müssen und benötigen eine deutliche Aufwertung. Das wird aber nicht überall möglich sein, daher wird es unweigerlich auch zu Schließungen kommen.

Interview: Hanno Bender

Zur Person: Matthias Horx ist einer der gefragtesten Trend- und Zukunftsforscher in Deutschland. Sein Zukunftsinstitut mit Sitz in Kelkheim berät zahlreiche Unternehmen auch aus dem Handel in strategischen Fragen. Seit 2007 lehrt Horx zudem wissenschaftliche Trend- und Zukunftsforschung als Dozent an der Zeppelin-Universität am Bodensee. Er ist Autor zahlreicher Bücher, zuletzt erschienen "Das Buch des Wandels" im Herbst 2009.
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