
Die neuen Wege der Schlecker-Kunden
Um die Kunden der insolventen Schlecker-Drogerien haben sich im deutschen Handel viele Anbieter bemüht. Für die wichtigsten Teile des Sortiments stehen nun erste Gewinner und Verlierer fest.
David WöllensteinRedakteurDrogeriemärkte bleiben Marktführer
Die Drogeriemärkte blieben mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent wichtigster Absatzkanal für Schönheitspflegemittel, erklärte am Dienstag der Marktforscher Rainer Anskinewitsch in Frankfurt.
Insbesondere die beiden großen Ketten dm und Rossmann hätten bei einzelnen Produkten inzwischen Nachfrageanteile zwischen 50 und 70 Prozent, berichtete IKW-Geschäftsführer Andreas Lange.
Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei den Haushaltspflegemitteln, die laut Verband in diesem Jahr mit 4,3 Milliarden Euro zu Endverbraucherpreisen ein minimales Plus von 0,2 Prozent erzielen werden. Hier konnten die Discounter ihren Marktanteil auf knapp 30 Prozent kräftig ausbauen und liegen damit noch knapp hinter den traditionellen Verbrauchermärkten, die ebenfalls zulegten und 36,7 Prozent des Umsatzes verbuchen konnten. Die übrigen Drogerieketten übernahmen zwar auch einen Teil des Schlecker-Geschäfts, aber nicht im gleichen Umfang wie bei den Schönheitspflegemitteln.
Der Wegfall von rund 10.000 Schlecker-Verkaufsstätten sei erstaunlich mühelos kompensiert worden, meinte der IKW-Vorsitzende Rüdiger Mittendorff. Die übrigen Ketten und Discounter, der Lebensmittel-Einzelhandel und auch die Apotheken hätten die Lücken im Angebot geschlossen. Die Durchschnittspreise für die einzelnen Produkte seien mit dem Ende der relativ hohen Schlecker-Preise sogar gesunken, hieß es. Schlecker sei nur bei Aktionen billig gewesen.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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