Supermärkte und Discounter suchen neue Vertriebswege für Brot und Brötchen. Immer mehr Ketten rüsten ihre Filialen mit eigenen Backautomaten aus.
87 Kilo Teig isst der Deutsche im Jahr
Im Durchschnitt isst jeder Bundesbürger nach Schätzung des Verbands Deutscher Großbäckereien pro Jahr 56 Kilogramm Brot und Brötchen und Kleingebäck. Pizza- und Nudelteig eingeschlossen seien es sogar 86,9 Kilo. Etwa die Hälfte der verkauften Menge ist industriell gefertigt, die andere Hälfte wird von traditionellen Bäckerhandwerksbetrieben hergestellt.
Der Marktanteil der in Lebensmittelmärkten frisch gebackenen oder aufgebackenen Backwaren ist mit einem Prozent eher gering. Darin sehen die großen Ketten offenbar ihre Chance. «Der Kunde will lieber frisches warmes Brot, als das abgepackte aus dem Regal», sagte Armin Juncker, Geschäftsführer des Verbandes der Großbäckereien. Er sieht es nicht negativ, dass die Handelsriesen den traditionellen Bäckern Konkurrenz machen. Die Handwerksbäckereien könnten ein viel breiteres Angebot, also mehr unterschiedliche Sorten anbieten als Discounter, die meist nur wenige Sorten im Sortiment hätten, so Juncker.
Discounter machen sich selbst Konkurrenz
Eberhard Groebel, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks meint dagegen, die Discounter würden sich nur selbst Konkurrenz machen, wenn sie neben den bereits fertig verpackten Backwaren jetzt auch noch frisch aufgebackene verkauften und im Vorkassenraum auch noch ein Bäcker angesiedelt sei. Hinzu kämen die unzähligen Backshops, die wie Pilze aus dem Boden sprießen würden. Die kleineren Familienbetriebe würden den scharfen Wettbewerb zwar deutlich spüren, allerdings seien auch immer mehr Kunden bereit, für Qualität etwas mehr zu bezahlen, so Groebel. Bei fast gleicher Menge sei der Umsatz der inhabergeführten Bäckerbetriebe im Jahr 2008 um 4,4 Prozent gestiegen.
Sandra Rosenthal, dpa
