
E-Business in Deutschland nach dem Hype
Integra untersuchte die Akzeptanz bei der Einführung von E-Business bei deutschen Unternehmen. Ernüchterung hat sich eingestellt: Internet-Projekte dauerten fast überall länger und waren teurer, personalintensiver und riskanter als zunächst kalkuliert.
David WöllensteinRedakteurDemnach hat sich in den Unternehmen der deutschen Industrie Ernüchterung eingestellt: Internet-Projekte dauerten fast überall länger und waren teurer, personalintensiver und riskanter als zunächst kalkuliert.
Nur bei 50% der Unternehmen der deutschen Industrie ist laut Studie ein eigenes E-Business-Ressort vorhanden, wobei die Häufigkeit eines eigenen Ressorts proportional mit der Unternehmensgröße ansteigt. 20% der Unternehmen bezeichnen ihre E-Business-Strategie als festen Bestandteil ihrer Unternehmensstrategie.
Der profitable und effiziente Einsatz von E-Business innerhalb der ersten beiden Betriebsjahre ist in allen Unternehmen selten, bei über 75% der Unternehmen verlief die Implementierung problematisch. Bei knapp 60% der Unternehmen ist noch kein Dienstleister oder Systempartner mit im Boot, nur etwa 10% sprechen von einer richtungsweisenden Partnerschaft im Bereich E-Business. Dabei soll vor allem die strategische Lücke durch externe Dienstleister geschlossen werden.
Die Großunternehmen suchen Industrie- und insbesondere Branchen-erfahrene Partner. Bei den klein- und mittelständischen Unternehmen ist die Partnerwahl mehr eine Frage von Return-on-Investment als eine strategische Überlegung.
"In der ersten Phase des Hypes haben viele Unternehmen den Einstieg ins E-Business überstürzt und ohne klar erkennbare strategische Ziele in Angriff genommen", ist Susanne Welsch-Lehmann, Country Manager von Integra Deutschland, überzeugt. "Die daraus resultierenden Defizite wie Fehleinschätzungen bei der Planung, Probleme bei der Implementierung, Akzeptanzschwierigkeiten, Kompetenzgerangel und nicht zuletzt der ausbleibende Erfolg haben zu einer allgemeinen Ernüchterung geführt und Unternehmen dazu veranlasst, die eigene Situation neu zu bedenken."
Die Gründe des Scheiterns liegen laut Welsch-Lehmann darin, dass die internen Strukturen meist nicht konsequent auf das neue E-Business-Konzept ausgerichtet und durchgängig integrierte Geschäftsprozesse nicht sichergestellt wurden. Auch das mangelnde Verständnis für die geschäftlichen und technischen Zusammenhänge im E-Business auf Seiten vieler externer Beratungsunternehmen habe in der Vergangenheit einige Projekte in einem betriebswirtschaftlichen Desaster enden lassen. Oft fehle es an genauen Kenntnissen über die Branche und die erforderlichen innerbetrieblichen Anwendungsabläufe. Dadurch seien viele strategische Berater nicht in der Lage gewesen, die Ausmaße einer solch vielschichtigen Umwandlung der Unternehmensstrukturen abzuschätzen. (ST)
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Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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