E-Government: Milliardenschäden durch elektronischen Wildwuchs

E-Government: Milliardenschäden durch elektronischen Wildwuchs

Der Aufbau von virtuellen Verwaltungen im Internet wird für den Steuerzahler unerwartet teuer, weil die Gemeinden und Bundesländer auf vollkommen unterschiedliche EDV-Lösungen setzen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Eine Vernetzung der virtuellen Verwaltungen findet so gut wie nicht statt. Die Folge: Nachträgliche Soft- und Hardware-Umstellungen werden mehrere Mrd. DM kosten. Das erwartet die Mummert + Partner Unternehmensberatung.

Die Ziele der deutschen Verwaltungen sind hoch gesteckt: In beinahe jeder Gemeinde wird an E-Government-Projekten gearbeitet. Auf Bundesebene läuft die Initiative "BundOnline 2005": Bis zum Jahr 2005 sollen alle internetfähigen Dienstleistungen der Bundesverwaltung online verfügbar sein.

Doch die Planungen der Behörden sind kurzsichtig. Ein effizientes E-Government setzt die Vernetzung von Bund, Ländern und Kommunen untereinander und mit dem Bürger voraus. Wenn in der jetzigen Planungsphase keine gemeinsamen Konzepte und Standards entwickelt werden, droht dem E-Government die EDV-Sackgasse.

"Sei es die Ausstellung eines Anwohnerparkausweises oder die Kfz-Ummeldung - jede Gemeinde bastelt vor sich hin", sagt Jochen Baier von Mummert + Partner. "Für die gleichen Prozesse gibt es die unterschiedlichsten Lösungen." Schon jetzt herrscht ein elektronischer Wildwuchs in den Datensystemen. Wenn darauf nun grundverschiedene E-Government-Anwendungen aufgebaut werden, ist eine spätere Vernetzung der Verwaltungsportale fast unmöglich, erwarten die Experten.

Die Lösung sind bundesweite Standards in der Datenhaltung und der Vernetzbarkeit von IT-Systemen. Zwar planen 80% der Kommunen eine Änderung ihrer EDV-Strategie, doch eine Abstimmung der Gemeinden untereinander fand bisher nicht statt. Die Folge: Wenn für das E-Government kein "Masterplan" entworfen wird, ist es zum Scheitern verurteilt. Denn nur wenn die elektronischen Verwaltungsplattformen auf lange Sicht untereinander vernetzt werden, macht E-Government Sinn. (KC)


KONTAKT:

Mummert + Partner Unternehmensberatung AG
Joerg Forthmann
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
22085 Hamburg
Tel. 040-227037787
Fax 040-227037961
E-Mail: Joerg.Forthmann@mummert.de
Internet: www.mummert.de

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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