
Dieser eBay-Händler verkauft Marken, Münzen und Dukaten in 73 Länder
Der Münz- und Briefmarkenhändler Torsten Hornung aus Wiesbaden zählt zu den ersten eBay-Händlern in Deutschland. Der Internetpionier hat einige Tipps, wie Händler aller Branchen auf Marktplätzen erfolgreich sein können.
Die wertvollste Auktion in knapp 20 Jahren war die einer 10 Dukaten-Münze von 1642, die den Habsburger Ferdinand III. zeigt. Für 21.000 Euro versteigerte der Wiesbadener diese an einen Ungarn. „Im Gegensatz zu den meisten anderen Händlern verfüge ich über eine private Transportversicherung, die die Ware zum vollen Rechnungsbetrag weltweit in jeder Höhe versichert.“Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat Hornung Produkte in 73 Länder weltweit verkauft. „Im Idealfall kauft ein Japaner bei einem deutschen Händler eine österreichische Briefmarke mit ungarischem Stempel – das ist eBay“, so der atp50-Inhaber.
Urlaubsfreundliche Umsätze planbar
Last but not least ist eBay urlaubsfreundlich für Selbstständige: „Ich war jetzt 10 Tage im Urlaub und habe die Auktionen so timen können, dass sie am Sonntagabend beendet wurden. So konnte ich am Montagvormittag gleich alles fertig machen und auf den Weg schicken“, berichtet der Unternehmer. „So habe ich auch während meiner Abwesenheit Umsatz generiert.“Den Verkauf über Amazon hat er auch mal probiert, „aber in meinem Fall ist das nur für winzige Sortimentsbereiche wie Pinzetten und anderes Zubehör interessant“, erläutert der Sachverständige für Briefmarken und Münzen. „Amazon erobert Neuland mit Produkten, die Händler dort einstellen, und dann dauert es nicht lange, bis sie erfolgreiche Ware selbst anbieten und man selbst ganz hinten in der Liste der Anbieter auftaucht. eBay hingegen ist ein reiner Vermittler, da kann so etwas nicht passieren.“
Schmuck ins Sortiment, QR-Code ins Schaufenster
Hornung plant, sein Angebot bald um Schmuck zu erweitern und das Template seines Shops zu aktualisieren. Langfristig möchte er sein Ladengeschäft, das er zusätzlich seit 2008 betreut, mit seinem Onlineshop stärker verknüpfen. Dazu überlegt er, QR-Codes ins Schaufenster zu integrieren, damit er den Passanten zumindest weitere Informationen über einzelne Produkte zeigen und auf aktuell laufende Auktionen hinweisen kann, so dass der potentielle Kunde gleich bei eBay mitbietet. Oder aber ein Tourist kann direkt ein Produkt kaufen und bekommt es kostenfrei innerhalb Deutschlands geliefert.
„Ich berate meine Kunden gerne persönlich, aber da ich auch am Wochenende und nachts Miete zahle, will ich die neuen technischen Möglichkeiten nutzen. Denn die sind inzwischen halbwegs ausgereift und kosten nicht die Welt“, argumentiert der Händler.
Redakteurin
Sybille Roemer kennt als Redakteurin der afz – allgemeine fleischer zeitung die Herausforderungen der Digitalisierung in Metzgerei und Einzelhandel. Der Autorin der Fachbücher "Praxisführer E-Commerce" und "Erfolgsfaktor Online-Handel" und Dozentin an der Philipps-Universität Marburg ist wichtig, stets die Kundenperspektive im Blick zu haben: Digitalisierung sollte kein Selbstzweck sein, sondern Vorteile für alle Beteiligten bringen.
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